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Raum und Zeit für Partizipation: Begegnungsräume aktiv schaffen

Eine vielfältige Gruppe junger Erwachsener, die in einer Bibliothek lernen. Schüler, Bücher und Diskussionen. Sie sind mit Lernen beschäftigt und arbeiten in einer Bibliotheksumgebung zusammen. Vielfältige Schüler einer weiterführenden Schule in einer Bibliothek.

Warum brauchen Schulen Begegnungsräume?

Demokratie braucht Orte, an denen sich Menschen begegnen und über ihre Anliegen austauschen können. Neben den zufälligen Situationen sollten Schulen strukturell verankerte Räume für Partizipation, Diskurs, Irritation und Austausch schaffen (Ort und Zeit). Die Schaffung dieser Orte sollte vielfältig, barrierearm und multiperspektivisch gedacht sein, damit sie dauerhaft in der Schulkultur verankert werden können.

Die Eröffnung echter und erwünschter Partizipationsräume sollte über die Schulgrenzen und übliche Netzwerke hinaus ermöglicht werden, digitale Diskursräume (schulintern, schulübergreifend, Inland, Ausland) sollten fester Bestandteil der Schulkultur sein.

Merkmale und Qualitätskriterien partizipativer Begegnungsräume

Entscheidender als die genaue Struktur und Quantität ist die Qualität und Glaubwürdigkeit der Begegnungsräume. Bei der Einrichtung entsprechender Räume sollten die funktionale Bewusstmachung und Trennung von Informations- und Diskursräumen sowie die 

verschiedenen Akteure im Schulleben und Ebenen mitgedacht werden, z. B.: 

  • Schülerinnen und Schüler
  • Eltern
  • pädagogisches Personal (Schulsozialarbeit, Lehrkräfte, Integrationskräfte, OGS-Personal…)
  • Nichtpädagogisches Personal (Schulverwaltungsassistenz, Sekretariat, Hausdienst…)
  • Schulträger und Schulaufsicht
  • Netzwerke/ außerschulische Partner

Darüber hinaus ist Reflexivität im Vorfeld der Schaffung von Begegnungsräumen - d. h. Klarheit in Bezug auf Motivation, Ziel, Verantwortung, Wirkung - eine entscheidende Gelingensbedingung. Ohne intensive Planung dieser Aspekte besteht die Gefahr, dass die Begegnungsräume bei den Beteiligten Frustrationserfahrungen hervorrufen und somit kontraproduktiv wirken.

Begegnungsräume sind dann partizipativ und wirksam, wenn sie 

  • inklusiv bzw. barrierearm,
  • auf Selbstwirksamkeit ausgerichtet,
  • funktional klar,
  • inhaltlich transparent,
  • systemisch und systematisch vernetzt

sind.

Entscheidendes Qualitätsmerkmal ist die Kongruenz des partizipativen demokratischen Umgangs der handelnden Personen unter- und miteinander. Damit dies gelingen kann, sollten die Begegnungsräume folgende Möglichkeiten eröffnen:

  • kommunikativ-sozial:
    • Zuhören,
    • Fragen stellen,
    • Ankommen beim Anderen,
    • Augenhöhe,
    • Widerspruch äußern, aushalten und konstruktiv beraten/ diskutieren,
    • Offenheit,
    • Sicherheit (bewertungs- und angstfrei),
    • Wertschätzung,
    • Frustrationsmanagement/ Fehlerkultur: „Heiter Scheitern!“
  • inhaltlich:
    • Bedarfsorientierung,
    • Ergebnisoffenheit,
    • gleichberechtigtes und partizipatives Setzen von Tagesordnungen,
    • Ergebnismanagement,
    • Nachhaltiges Prozessmanagement mit regelmäßigen Folgeveranstaltungen

Beispiele für Begegnungsräume