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Interkulturelle Schule - geschlechtersensibel gestalten

Die Schulen in NRW zeichnen sich durch eine wachsende soziale, kulturelle und sprachliche Vielfalt aus. Um Chancengleichheit zu ermöglichen, müssen Diskriminierungen vermieden und Potentiale von Heterogenität wertgeschätzt und genutzt werden. Diese Ziele gelten auch für geschlechtersensible Bildung und Erziehung. Diese Fachtagung nahm deshalb die Schnittstellen von Interkulturalität und Geschlecht in der Schule in den Fokus. Neben einem wissenschaftlichen Fachvortrag fanden fünf Workshops und ein Praxisforum statt.

Zum Fachvortrag von Dr. Anja Steinbach, Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg:

Für das Handlungsfeld Schule sind die Kategorien Migration und Geschlecht gegenwärtig (wieder) von zentraler Bedeutung. Dies zeigt sich nicht nur an vielfältigen Konzepten und Handlungsempfehlungen einer geschlechtersensiblen und interkulturellen Pädagogik, sondern auch beispielsweise an Publikationen in der Schulpädagogik. Der Vortrag widmete sich der Bedeutsamkeit von Migration und Geschlecht unter den gegenwärtigen Bedingungen und stellte zugleich kritische Anfragen an dominante Muster der Thematisierung von Differenz.

Workshops

Vorurteile und Einseitigkeiten gehen auf gesellschaftlich meist anerkannte Zuschreibungen über Gruppen zurück und spiegeln sich in der Schule wider. In diesem Workshop wurden exemplarisch verinnerlichte Bilder und Erfahrungen im Sinne einer diversitätsreflektierten und diskriminierungskritischen Haltung überprüft. Um Diskriminierungen zu vermeiden, müssen Schieflagen erkannt und im pädagogischen Handeln Gegenstrategien entwickelt werden. Wie es gelingen kann, mit einer diversitätsreflektierten Haltung Schule zu gestalten, ist Schwerpunkt in der Anti-Bias-Arbeit. Außerdem wurden im Workshop Materialien aus der gender- und diversitätsbezogenen Arbeit vorgestellt, die auch in Schule angewendet werden können.
Referent: Birol Mertol, FUMA Fachstelle Gender und Diversität NRW

Präsentation aus Workshop 1 von Birol Mertol (PDF, 2,1 MB)

Im pädagogischen Alltag mit Jugendlichen können patriarchale Strukturen und Vorstellungen von Ehre eine besondere Herausforderung darstellen. In diesem Workshop wurde über Ehre als Identitätskonstrukt informiert und dabei die Bedeutung von Herkunft und Diskriminierung berücksichtigt. Nach einer theoretischen Einführung wurde mit praxisnahen Übungen der pädagogische Ansatz des Projekts HeRoes vorgestellt.
Referentin: Susanne Reitemeier-Lohaus

Filmclips mit Alltagszenen zum Thema Ehre

Filmclip über die Sprüche für Menschen mit Migrationsvordergrund

Filmclip über die Beziehung zwischen Sohn und Vater

In diesem Workshop wurden zwei Fragen behandelt: Welche Bilder in unseren Köpfen prägen unseren Umgang, unsere Kommunikation miteinander? Mit welchen Vorurteilen wurden wir selbst konfrontiert und wie können wir damit umgehen? Kritisches Hinterfragen der eigenen Haltung, Selbstreflexion und Analyse von Situationen wurden im Workshop interaktiv geübt.
Referentin: Nilguen Isfendiyar, Kommunales Integrationszentrum Bielefeld

Das KIWI-Projekt der Hilfsorganisation CARE Deutschland unterstützt Schulen dabei, ihre Integrationspotentiale zu stärken und auszubauen. Es wird darauf abgezielt, die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen zu fördern und die Aneignung wichtiger lebenspraktischer Sozialkompetenzen wie Reflexionsvermögen, Teamfähigkeit und Engagement zu unterstützen. Im Workshop stellten wir den Teilnehmenden das KIWI-Projekt vor und veranschaulichten den Ansatz anhand einzelner Übungen. In dem Workshop wurden insbesondere Methoden durchgeführt, die Geschlechterbilder reflektieren und die Genderkompetenz fördern.
Referentinnen: Mona Minas und Leonie Kutz, Projekt KIWI – Integrationsförderung an Schulen bei CARE

Informationen zum Projekt KIWI (PDF, 2,2 MB) 

Informationen zum Projekt KIWI-kids (PDF, 1,2MB)

In diesem praxisorientierten Workshop wurden die Zusammenhänge von Ethnie/Herkunft, Geschlecht und Religion untersucht, um die Wahrnehmung als muslimisch markierter Männlichkeit zu reflektieren. Muslimische und als muslimisch verstandene Väter gelten in der Elternarbeit an Schulen oft als Herausforderung und gleichzeitig sind sie auch Benachteiligungen und Diskriminierungen ausgesetzt. Diesem Spannungsfeld wollten wir gemeinsam gewahr werden, indem wir im ersten Teil des Workshops soziohistorische und geschlechtsspezifische Dynamiken betrachteten um diese dann im zweiten Teil des Workshops in die kollegiale Beratung einfließen zu lassen.
Referent/-in: Anna Sabel und Saad Malik, Bundesmodellprojekt ‚Vaterzeit im Ramadan?!‘

Foren

In diesem Praxisforum wurden verschiedene (Schul-)Projekte vorgestellt und diskutiert, die insbesondere geschlechtsspezifische und interkulturelle Aspekte berücksichtigen. Diese Projekte fördern Sport und Bewegung in und außerhalb von Schule. Im Praxisforum wurde auch der Frage nachgegangen, wie diese Projekte gestaltet sein müssen, um tatsächlich eine Teilhabe von allen zu ermöglichen.
Referentin: Dr. Katharina Althoff, Universität Duisburg-Essen

Präsentation aus dem Praxisforum 1 von Dr. Katharina Althoff (PDF, 2,1 MB)

In diesem Praxisforum wurde ein (Schul-)Projekt vorgestellt und diskutiert, das insbesondere geschlechtsspezifische und interkulturelle Aspekte berücksichtigt. Dieses Projekt unterstützt durch Mentoring die Studien- und Berufsorientierung. Im Praxisforum wurde auch der Frage nachgegangen, wie dieses Projekt gestaltet sein muss, um tatsächlich eine Teilhabe von allen zu ermöglichen.
Referent: Olaf Wiegand und Team, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Remscheid

Informationen zum Mentoring-Projekt am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Remscheid (PDF, 136 KB)