Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie – Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft.
Darstellung einer Planung mit Impulsen zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen (Inhaltsfeld 2: Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie im Kernlehrplan Gesellschaftslehre für die Sekundarstufe I Gesamtschule/Sekundarschule, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch) Jahrgangsstufen 5/6)
Sie finden hier die exemplarische Planung einer Lernaufgabe zur Erarbeitung und Auswahl von Elementen für eine Teamtafel, die das gemeinsame Leben und Lernen in der neuen Lerngruppe unterstützen soll. Diese Lernaufgabe zum Inhaltsfeld 2 „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ der ersten Progressionsstufe entsprechend des Kernlehrplans für das Fach Wirtschaft-Politik an der Gesamtschule/Sekundarschule besteht aus drei Modulen und einer Hinführung in das Thema. Die Planung ist mit Impulsen zur Binnendifferenzierung bzw. zum zieldifferenten Lernen versehen, so dass dieses Angebot sowohl in Klassen des Gemeinsamen Lernens als auch in der Förderschule eingesetzt werden kann.
Die Planungshinweise zur Arbeit mit einer Lernaufgabe umfassen konkrete Hinweise zur Planung und Ausgestaltung des Themas in einer Lerngruppe im Rahmen des Gemeinsamen Lernens mit Schülerinnen und Schülern, die in zieldifferenten Bildungsgängen unterrichtet werden. Es werden verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten und Impulse zur Gestaltung zieldifferenten Lernens dargestellt. Die Lernaufgabe stellt ein Gerüst dar, das im Sinne eines binnendifferenzierten Unterrichts an die jeweilige Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden kann. Diese Planung ist in allen anderen Schulformen der Sekundarstufe I und der Förderschule mit entsprechenden Adaptionen einsetzbar.
„Wie wollen wir in der Schule gut zusammen Leben und Lernen?“ Erarbeitung und Auswahl von Elementen für eine Teamtafel. Eine Lernaufgabe bestehend aus drei Modulen
mit Impulsen zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen (Inhaltsfeld 2: Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie im Fachlehrplan Wirtschaft/Politik der Gesamtschule Sekundarstufe I – Klasse 5)
Hinführung
Die Hinführung bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Lernaufgabe vor bzw. bietet durch das „Wimmelbild“ einen motivierenden Einstieg. Die dort gezeichneten exemplarischen Situationen aus dem Schulleben laden zum Beobachten und zu spontan geäußerten Reaktionen ein.
Das Prinzip der Lernaufgabe beruht auf dem Grundsatz, verschiedene Kompetenzbereiche durch mehrere im Anspruchsniveau differenzierte, inhaltlich aufeinander aufbauende Aufgaben bzw. Übungen in ein möglichst passgenaues Unterrichtsangebot zu integrieren. In diesem Verständnis ist die Lernaufgabe als ein zu erreichendes Ziel, als ein Endprodukt des gesamten Unterrichtsvorhabens formuliert. Diese Aufgabe muss offen formuliert sein, so dass ein Erreichen dieser Aufgabe auf unterschiedlichen Wegen möglich ist. Nur so kann diese im Sinne eines inklusiven Unterrichts den gemeinsamen Lerngegenstand bilden Ausgehend von dieser Lernaufgabe erfolgt die Planung des Unterrichtsvorhabens (siehe Hinweise zur Planung).
Die hier dargestellte Lernaufgabe besteht aus der Erarbeitung und Auswahl von Bausteinen für eine Teamtafel zur Fragestellung: „Wie wollen wir in der Schule gut zusammen leben und lernen?“. Dieses Produkt markiert das Ziel, welches die Schülerinnen und Schüler im Rahmen dieses Unterrichtsangebots erreichen sollen. Die Lehrkraft berücksichtigt dabei sowohl die Kompetenzen des Kernlehrplans als auch die individualisierte Anbindung vereinbarter Kompetenzen durch die Lern- und Entwicklungsplanung für die Schülerinnen und Schüler in den zieldifferenten Bildungsgängen sowie den Grad der Progression. Die Lernaufgabe besteht aus drei Modulen:
1) Eine Klasse – viele unterschiedliche Interessen? Wie wollen wir mit Konflikten umgehen?“
2) Wie werden unsere Interessen in der Klasse vertreten?
3) Wie können wir unsere Schule mitgestalten?
Die Planung ist verortet im Inhaltsfeld 2: Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie im Fachlehrplan Wirtschaft-Politik, im Kernlehrplan Gesellschaftslehre für die Sekundarstufe I Gesamtschule/Sekundarschule, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch) Jahrgangsstufen 5/6.
Im Hinblick auf die Ermöglichung zieldifferenten Lernens werden die Kompetenzerwartungen des Bereiches „Demokratie und Gesellschaft“ des Lehrplans Sachunterricht für die Primarstufe angesteuert und Kompetenzen aufgegriffen, die dem Inhaltsfeld „Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft“ zuzuordnen sind.
Durch die Verknüpfung von möglichen anzusteuernden Kompetenzen sowohl im Fach Wirtschaft-Politik als auch in den basalen Entwicklungsbereichen eröffnen sich Entwicklungschancen , die für zieldifferent Lernende entsprechend ihres Lern- und Entwicklungsplanes genutzt werden können. Eine auf das Individuum bezogene Planung kann hierdurch eher fachliche oder entwicklungsbezogene Zugänge für den Unterricht definieren.
Ein gemeinsames Lernsetting kann dadurch unterstützt werden.
Diese exemplarische Planung muss jeweils an die spezifische Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden.
Das „Wimmelbild“ bietet einen motivierenden Einstieg. Die dort gezeichneten exemplarischen Situationen aus dem Schulleben laden zum Beobachten und zu spontan geäußerten Reaktionen ein.
Durch (offene) und geschlossene Beobachtungsaufgaben können einzelne Situationen erarbeitet und zentrale Begriffe, die die Schülerinnen und Schüler bei den Situationsbeschreibungen nutzen, gesammelt werden. Dabei werden wahrscheinlich bereits konstituierende Begriffe entsprechender Fachkonzepte der Politik benannt.
Diese gilt es in einer für die Lerngruppe anschaulichen Form zu sammeln und zu visualisieren, da diese über die gesamte Lernaufgabe hinweg genutzt und in einem spiralcurricularen Verständnis erweitert werden. Dadurch, dass die Lehrkraft diese Fachkonzepte und die konstituierenden Begriffe in den weiteren Aufgabenstellungen und in den Plenumsgesprächen nutzt, ermöglicht sie, dass die Schülerinnen und Schüler konzeptuelles und prozedurales Wissen aufbauen können.
Die Hinführung ermöglicht eine Aktivierung des Vorwissens und anhand der Auseinandersetzung mit der zentralen Problemfrage „Wie wollen wir in der Schule gut zusammen leben und lernen?“ wird die Bedeutsamkeit des Unterrichtsgegenstandes erschlossen. Hierdurch wird der Lehrkraft ersichtlich, welche Präkonzepte bei den Lernenden zum Unterrichtsgegenstand vorhanden sind und kann mit diesen Informationen die weitere Unterrichtsplanung ausschärfen.
Als Material steht ein „Wimmelbild“ zur Verfügung.
Planungshinweise
(Inhaltsfeld 2: Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie im Kernlehrplan Gesellschaftslehre für die Sekundarstufe I Gesamtschule/Sekundarschule, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch) Jahrgangsstufen 5/6)
Zielsetzung
Der Übergang von der Grund- auf die weiterführende Schule stellt Schülerinnen und Schüler vor eine ganze Reihe von Herausforderungen, die sie zu bewältigen haben: Viele Lehrerinnen und Lehrer, neue Fächer und ein neuer Klassenverband an einer neuen Schule. Gerade das Zusammenleben und -lernen in der neuen Gruppe stellt einen wichtigen Punkt dar. Das Wissen um die eigenen Erwartungen und die Vorstellungen der Mitlernenden und der Lehrenden sowie die Orientierung an abgestimmten Regeln und Ritualen bieten hierzu wichtige strukturelle Grundlagen. Die Schülerinnen und Schüler werden unterstützt, ihre sozialen Kompetenzen weiter entwickeln zu können was insbesondere durch vielfältige Gelegenheiten zum bewussten Wahrnehmen und praktischen Erproben verschiedener Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Klasse und Schule sowie den Einsatz kooperativer Lernsituationen unterstützt wird.
Wie Himmelmann (2007) in der Abbildung zur Entwicklung von demokratiekompetenter Bürgerschaftlichkeit verdeutlicht, wirkt seiner Meinung nach „Demokratie als Lebensform“ besonders in das Alltagsleben der Schülerinnen und Schüler in der Grundschule und der Sekundarstufe I ein und unterstützt so eine Entwicklung hin zu einer demokratie-kompetenten Bürgerin bzw. eines demokratiekompetenten Bürgers. Ebenso konstatiert Detjen (2013: 256), dass das soziale Lernen gerade in unteren Jahrgangsstufen für eine Art politische Grundbildung sorgt, denn soziale Verhaltensweisen gehören ohne Zweifel zur Qualifikation des demokratischen Staatsbürgers. Schiefer, Schütte & Schlummer (2015) stellen fest, dass dieser Ansatzpunkt auch für Schülerinnen und Schüler mit kognitiven Beeinträchtigungen von besonderer Bedeutung ist. Das Zusammenwirken sozialer, methodischer und fachlicher Kompetenzen ist unabdingbar zur Erreichung der ökonomischen und politischen Mündigkeit.
Im Kernlehrplan Wirtschaft-Politik wird das fachliche Wissen und Können differenziert beschrieben, welches den fachspezifischen Rahmen bildet, um Schülerinnen und Schüler zur selbstständigen Auseinandersetzung, zur eigenständigen Beurteilung und zum eigenverantwortlichen sowie verantwortungsvollen Handeln zu befähigen. Vor diesem Hintergrund hat das Fach Wirtschaft-Politik die Aufgabe, bei den Schülerinnen und Schülern ökonomische und politische Mündigkeit zu entwickeln. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Interessen in der heutigen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mündig zu vertreten, sachkundig zu urteilen und verantwortungsvoll sowie demokratisch zu handeln. Das Fach Wirtschaft-Politik leistet einen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung ökonomisch geprägter Lebenssituationen und bereitet Schülerinnen und Schüler auf individuelle Lebensführung, gesellschaftliche Teilhabe sowie politische Mitwirkung in unserer demokratischen Gesellschaftsordnung vor (MSB 2020: 7).“ Im Kernlehrplan wird dazu weiter ausgeführt, dass der Unterricht durch diskursive, simulative und reale Handlungssituationen auf die Teilnahme an ökonomischen, politischen und sozialen Prozessen vorbereitet (vgl. MSB 2020: 8).
Da sich inklusionsorientierte politische Lehr-/Lernprozesse nicht grundsätzlich von anderen unterscheiden (vgl. Schwier 2015: 209), gilt es, die Grundvoraussetzungen für politische Handlungsfähigkeit, wie Artikulieren, Argumentieren, Verhandeln und Mitentscheiden in authentischen Lebenssituationen erfahrbar und erlernbar zu machen (vgl. Heilmann, Fiedler & Eckenroth 2015: 198).
Ein methodischer Weg, diese Möglichkeiten in einem inklusiven zieldifferenten Unterricht im Fach Wirtschaft-Politik zu eröffnen, kann durch das Angebot komplexer Lernaufgaben beschritten werden. Diese Aufgaben sollen problemorientiert gestaltet sein und zum eigenständigen Denken anregen (vgl. Körber 2019).
Die folgende Planung einer komplexen Lernaufgabe, die als Gerüst zu verstehen ist, das an die jeweilige spezielle Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden muss, beruht auf dem Bestreben, verschiedene Kompetenzbereiche durch mehrere differenzierte, inhaltlich aufeinander aufbauende Aufgaben in ein möglichst authentisches Unterrichtssetting zu integrieren. Die Unterrichtsplanung erfolgt auf der Grundlage der Lernvoraussetzungen der Lerngruppe von der Lernaufgabe aus. Die Gliederung in einzelne Module greift bedeutsame, auf den Kernlehrplan bezogene Inhalte auf. Entsprechend der Anforderungen, die die Lernaufgabe stellt, sind Aufgaben bzw. Übungen vorgesehen, die allen Lernenden eine erfolgreiche Bearbeitung der Lernaufgabe ermöglichen. Ein motivierender, möglichst authentischer Ausgangspunkt wirft eine bestimmte Problemstellung auf, die eine Hinführung bzw. Einführung die Lernaufgabe ermöglichen soll . Durch die Bearbeitung des Aufgabenspektrums, welches die Lernaufgabe in unterschiedlicher Komplexität und Anschaulichkeit eröffnet, sollen alle Schülerinnen und Schüler am Ende des Unterrichtsvorhabens die Frage: „Wie wollen wir in der Schule gut zusammen leben und lernen?“ differenziert beantworten können. Mit der Bearbeitung der einzelnen Module werden zu dieser Frage konkrete Bausteine für die Gestaltung einer Teamtafel in Form einer Y-Chart gesammelt (vgl. Green 2007:95).
Verhaltensweisen, die für ein förderliches, soziales Miteinander in der Klassengemeinschaft sorgen können, werden hier konkret und kleinschrittig durch Handlungs- und Sprachmuster (Indikatoren) visualisiert. Es entsteht ein vertieftes Bewusstsein für die Bedeutung von Regeln und Rechten in der Schule, dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Regeln aus eigener Motivation und Einsicht eingehalten werden und nicht durch Druck und Bestrafung. Indikatoren für soziale Kompetenzen (z. B. das Einhalten von Klassenregeln) werden gemeinsam erarbeitet und auf dieser Grundlage kann im weiteren Verlauf an dieser Kompetenz gearbeitet werden. Nach Abschluss der Lernaufgabe ermöglicht die erarbeitete Teamtafel (Y-Chart) fortwährende gemeinsame Reflexionsprozesse bezogen auf die fachlichen und sozialen Kompetenzen der Gruppe.
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Im Menüpunkt „Materialien zur Lernaufgabe: „Wie wollen wir in der Schule gut zusammen leben und lernen?“ - Erarbeitung und Auswahl von Bausteinen für eine Teamtafel, stehen interaktive Abbildungen der Module zur Verfügung.Hier sind exemplarische Arbeitsmaterialien mit Impulsen zur Binnendifferenzierung/zum zieldifferenten Lernen oder Entwicklungschancen als Möglichkeiten zur Eröffnung eines weiteren Lernfeldes verlinkt.
Die Planung bezieht sich auf das Inhaltsfeld 2: Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie im Kernlehrplan Gesellschaftslehre für die Sekundarstufe I Gesamtschule/Sekundarschule, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch) Jahrgangsstufen 5/6) Die exemplarische Planung muss jeweils an die spezifische Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden.
Das Inhaltsfeld „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ wird dort folgendermaßen strukturiert (in dieser Planung weniger berücksichtige Aspekte sind ausgegraut):
Inhaltliche Schwerpunkte:
– Leben in der Demokratie: Verknüpfung von Politik und Lebenswelt im Erfahrungsbereich von Kindern und Jugendlichen
– Formen demokratischer Beteiligung in Schule und Stadt/Kreis/Gemeinde unter Berücksichtigung von Institutionen, Akteuren und Prozessen
– Rechte und Pflichten von Kindern und Jugendlichen: Schulordnung, Schulgesetz, Jugendschutzgesetz
Sachkompetenz
Die Schülerinnen und Schüler
erläutern Grundprinzipien, Aufbau und Aufgaben der Schülervertretung,
- beschreiben die Funktion und Bedeutung von Wahlen und demokratischer Mitbestimmung auf schulischer sowie kommunaler Ebene.
Urteilskompetenz
Die Schülerinnen und Schüler
- ermitteln die gesellschaftliche und politische Bedeutung demokratischer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Schule
- begründen die Bedeutung von Regeln und Rechten in Familie, Schule und Stadt/Kreis/Gemeinde,
-ermitteln unterschiedliche Positionen, deren Interessengebundenheit sowie Kontroversität in kommunalen Entscheidungsprozessen.
Übergeordnete Kompetenzerwartungen:
Die Schülerinnen und Schüler …
• identifizieren unterschiedliche Standpunkte im eigenen Erfahrungsbereich (MK 3)
• beschreiben unterschiedliche Gefühle, Motive, Bedürfnisse und Interessen von betroffenen Personen und Gruppen sowie erste Folgen aus Konfliktlagen für die agierenden Personen oder Konfliktparteien (UK 1),
• mitteln unterschiedliche Positionen sowie deren etwaige Interessengebundenheit (UK 2),
• erschließen an Fällen mit politischem Entscheidungscharakter die Grundstruktur eines Urteils (UK 4),
• praktizieren in konkreten bzw. simulierten Konfliktsituationen Formen der Konfliktmediation und entscheiden sich im Fachzusammenhang begründet für oder gegen Handlungsalternativen (HK 3), vertreten eigene Positionen unter Anerkennung fremder Interessen im Rahmen demokratischer Regelungen (HK 4).
Neben den Kompetenzerwartungen des Bildungsganges „Gesamtschule-Sekundarstufe der Sekundarstufe I“ werden mit Blick auf das zieldifferente Lernen die Kompetenzerwartungen des Bereiches „Demokratie und Gesellschaft“ des Lehrplans Sachunterricht für die Primarstufe angesteuert. Hierbei werden Kompetenzen aufgegriffen, die dem Inhaltsfeld „Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft“ zuzuordnen sind
Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft
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Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase Die Schülerinnen und Schüler | Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4 Die Schülerinnen und Schüler |
· benennen und berücksichtigen eigene Gefühle, Bedürfnisse und Interessen sowie die anderer Personen im Zusammenleben in der Klasse und in der Schule,
· verhandeln Aufgaben und Regeln für das Zusammenleben in der Klasse und in der Schule und gestalten sie mit,
· beteiligen sich an demokratischen Entscheidungsprozessen in der Klassen- und Schulgemeinschaft (u. a. Abstimmungen, Beratungen) und setzen Mehrheitsentscheidungen um. | · verhandeln unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zwischen einzelnen und zwischen Gruppen lösungsorientiert,
· beschreiben demokratische Entscheidungsprozesse im politischen Zusammenhang (u. a. Wahlen),
· beurteilen die Bedeutung der Kinderrechte und reflektieren deren Umsetzung in ihrem Umfeld (u. a. Recht auf Mitbestimmung),
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Die fachdidaktische Anknüpfung der Lernaufgabe an die Kompetenzen des Kernlehrplans erfolgt mithilfe des Politikkompetenzmodells, das vier Kompetenzdimensionen beschreibt (Politische Urteilsfähigkeit, Politische Handlungsfähigkeit, Fachwissen sowie Politische Einstellung und Motivation) und auf der Grundlage kognitionspsychologischer, erziehungswissenschaftlicher und politikwissenschaftlicher Erkenntnisse erstellt wurde. Die komplexe Lernaufgabe greift dabei alle Kompetenzdimensionen auf, die eng miteinander vernetzt sind. „So beeinflusst das politische Fachwissen zum Beispiel die politische Urteilsbildung. Es fördert aber auch die politische Einstellung und Motivation und ist Grundlage politischen Handelns. Politische Einstellung und Motivation fördern die weitere Aneignung von Fachwissen und ermutigen zu politischen Urteilen und zum politischen Handeln. Es sind also kreislaufähnlich vernetzte Dimensionen.
Im Lehr-Lern-Prozess kommt es darauf an, bezogen auf die Kompetenzdimensionen, die entsprechenden kognitiven Fähigkeiten zu entwickeln und dabei die subjektiven Aspekte der Aneignung zu berücksichtigen“ (Massing 2012, 25). Dadurch, dass die Lehrkraft die weiter unten aufgeführten Fachkonzepte sowie die konstituierenden Begriffe in Aufgabenstellungen und Plenumsgesprächen nutzt, ermöglicht sie, dass die Schülerinnen und Schüler konzeptuelles und prozedurales Wissen aufbauen können. Erst durch eine regelmäßige Nutzung dieser Begriffe in konkreten Anforderungssituationen wird bei den Schülerinnen und Schülern nach und nach konzeptuelles wie prozedurales Wissen aufgebaut, welches sie langfristig dazu befähigt, ihre Interessen in der heutigen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mündig zu vertreten, sachkundig zu urteilen und verantwortungsvoll sowie demokratisch zu handeln. Der Kompetenzerwerb im Fach Wirtschaft-Politik begnügt sich niemals mit reinem Faktenwissen oder einer Institutionenkunde. Vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, ihre Meinung bzw. ihr politisches Urteil sachlich zu begründen und argumentativauf der Basis von plausiblen nachprüfbaren Fakten – in simulierten oder tatsächlichen Kontroversen zu vertreten. Die korrekte Verwendung der Fachbegriffe und -konzepte „führt zu einer größeren Chancengleichheit unter den Lernenden und nutzt insbesondere Lernenden aus bildungsfernen Schichten“ (Massing 2012, Die vier Dimensionen der Politikkompetenz. APuZ 46-47/2012, 25).
Zum Modell von Detjen hat Weißeno eine Beschreibung des Fachwissens vorgelegt (Weißeno et al. 2010). Die konstituierenden Begriffe, die der Dimension Fachwissen zugeordnet sind, stellen Indikatoren in unterrichtlichen Performanzsituationen dar und ermöglichen Hinweise auf den individuellen Kompetenzstand der Schülerinnen und Schüler. In dem Modell wird die Dimension Fachwissen durch die drei Basiskonzepte Ordnung, Entscheidung und Gemeinwohl strukturiert und durch 30 Fachkonzepte definiert, die sich wiederum aus konstituierenden Begriffen zusammensetzen.
Bei der vorliegenden Lernaufgabe finden hauptsächlich folgende Fachkonzepte und konstituierenden Begriffe in Anlehnung an die Zusammenstellung von Weißeno Anwendung : (vgl. Weißeno et al. 2010)
Die gesamte Lernaufgabe gliedert sich in drei Module. Damit werden die inhaltlichen Schwerpunkte des Inhaltsfeldes 2 „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ entsprechend des Kernlehrplans Wirtschaft-Politik für die Gesamtschule abgebildet. Die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte finden dabei Berücksichtigung: – Leben in der Demokratie: Verknüpfung von Politik und Lebenswelt im Erfahrungsbereich von Kindern und Jugendlichen
Die drei Module sind:
1) Eine Klasse – viele unterschiedliche Interessen? Wie wollen wir mit Konflikten umgehen?
2) Wie werden unsere Interessen in der Klasse vertreten?
3) Wie können wir unsere Schule mitgestalten?
Die einzelnen Module werden durch eine leitende Fragestellung strukturiert. Konkretisierte Fragestellungen, schlüsseln jeweils die leitende Fragestellung auf und eröffnen Möglichkeiten zur differenzierten Bearbeitung. Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen. Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren. Die drei Module können auch abhängig von den Bedürfnissen der Lerngruppe individuell ausgewählt und gestaltet werden. In sich kann jedes Modul auch zu einer Lernaufgabe ausgebaut werden.
In allen drei Modulen finden sich die fünf Basiselemente des Kooperativen Lernens wieder, eine Lernform, die besonders für sehr heterogene Klassen geeignet ist. Es wird eine positive Abhängigkeit untereinander hergestellt, so dass jede Schülerin bzw. jeder Schüler zum Erreichen des Ziels benötigt wird und jede/jeder somit eine individuelle Verantwortung trägt. Das erfordert eine Interaktion untereinander, um direkte Absprachen und Dialoge möglich werden zu lassen; zum anderen wird das Soziale Lernen unterstützt, da sowohl die Kommunikations- als auch die Interaktionsfähigkeit gefördert werden. Schließlich findet in allen drei Modulen eine Reflexion der jeweiligen Arbeitsphase statt, um gemeinsam den Gruppenprozess zu bewerten. Diese fünf Basiselemente unterstützen alle Lernenden. „Die immer gleichbleibende Grundstruktur kooperativer Lernprozesse mit klaren Regeln der Zusammenarbeit bietet auch für Schülerinnen und Schüler, die ein höheres Maß an Unterstützung für den eigenen Lernprozess benötigen, eine sichere Lernatmosphäre, die vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bietet“
Der Advance Organizer zur Lernaufgabe: „Wie wollen wir in der Schule gut zusammen leben und lernen?
- Erarbeitung und Auswahl von Bausteinen für eine Teamtafel“ bietet Struktur, Übersicht, Orientierung und Zieltransparenz für alle Schülerinnen und Schüler.
Er umfasst alle Inhalte der geplanten Module, beschreibt Kompetenzanforderungen des Faches und markiert den Kern des Themas.
Modul 1 Eine Klasse – viele unterschiedliche Interessen? Wie wollen wir mit Konflikten umgehen?
In diesem Modul erarbeiten die Schülerinnen und Schüler unter der leitenden Fragestellung: „Eine Klasse – viele unterschiedliche Interessen? Wie wollen wir mit Konflikten umgehen?“ Bausteine für eine Teamtafel . Diese soll zum Abschluss der Lernaufgabe mit unterstützenden Aussagen für das weitere Zusammenleben und Zusammenarbeiten in der Klasse ausgestattet sein
Im Modul 1 werden Impulse aus der Hinführung aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler haben durch das Aufgreifen der Impulse aus der Hinführung die Möglichkeit, an Situationen aus dem Schulalltag anzuknüpfen. Auf dieser Grundlage wird erarbeitet, wie es im Schulalltag aufgrund unterschiedlicher Motive und Interessen zu Konflikten kommen kann, die in einem geordneten und respektvollen Verfahren mit allen beteiligten Akteuren gelöst werden müssen.
Als ein konkretes Beispiel dient hier das folgende Mystery, das genau solch eine konflikthafte Situation aus dem Schulalltag verdeutlicht. Mit Unterstützung des Advance Organizer (M1.0) wird den Schülerinnen und Schülern eine inhaltliche und methodische Transparenz über das Modul und die gesamte Lernaufgabe gegeben. Hier knüpft die Lehrkraft an die Erkenntnisse, die aus der Besprechung des Wimmelbildes resultieren an und präsentiert den Lernenden eine „mysteriöse“ Geschichte aus dem Schulalltag, sowie die abschließenden, rätselhaften Leitfragen (Mystery, M1.1). Die Schülerinnen und Schüler erhalten an dieser Stelle die Möglichkeit, Vermutungen zu den Fragen aufzustellen und reflektieren, ob und welche weiteren Informationen benötigt werden. Diese werden durch die 26 ungeordneten Informationenkärtchen, die gleichmäßig in der Gruppe verteilt werden und die zur Lösung der Rätselfragen nötig sind, gegeben (M1.4).
Durch die Erläuterung des Vorgehens werden die zentralen Aufgaben eines Unterrichtseinstiegs im (Politik-)Unterricht (Thematisierungs-, Strukturierungs-, Motivierungs- und Mobilisierungsfunktion) angesprochen und transparent gemacht. Bei der Erarbeitung sollen die Schülerinnen und Schüler nacheinander ihre Informationskärtchen vorlesen und bekommen die Möglichkeit, die zur Beantwortung der Leitfragen nötigen Informationen zu erarbeiten. Hierbei werden unterschiedliche Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler genutzt. Neben der reinen Wiedergabe von Informationen ist es nötig, wichtige von weniger wichtigen zu unterscheiden, sie zu systematisieren und zu vernetzten. Sachverhalte werden überprüft, mit Informationen der Mitschülerinnen und Mitschüler verglichen und ausgewertet, um schließlich die „rätselhaften Fragen“ beantworten zu können. Bei Schwierigkeiten können die Hilfekarten (M1.3) angeboten und genutzt werden.
Differenzierende Maßnahmen erfolgen durch die unterschiedlichen Anforderungen bei dem Vergleich der unterschiedlichen Informationen, durch fett gedruckte Begriffe auf den Kärtchen, sowie durch die visuelle Darstellung des Geschriebenen. Für die Hand der Lehrkraft steht eine Auflösung des Mysterys zur Verfügung (M1.2). Im Austausch und Gespräch wird zum einen die Lese- und Argumentationskompetenz, zum anderen das soziale Lernen im Sinne eines politisch bildenden Aspektes allgemeiner Erziehungsaufgaben unterstützt. Das soziale Lernen sorgt gerade in unteren Jahrgangsstufen „für eine Art politischer Grundbildung, denn soziale Verhaltensweisen gehören ohne Zweifel zur Qualifikation des demokratischen Staatsbürgers.“ (Detjen 2013,256)
Für das abschließende Unterrichtsgespräch im Plenum bieten sich folgende Reflexionsfragen an (die kursiv gedruckten Begriffe stammen aus der Darstellung der Fachkonzepte – bitte direkt verlinken auf Fachkonzepte der politischen Bildung --- und konstituierenden Begriffe von Weißeno (2010) zum Politikkompetenzmodell nach Detjen et.al. (2010). (vgl. und unterstützen den Aufbau konzeptuellen Fachwissens):
• Wie seid ihr bei der Bearbeitung vorgegangen?
• Kam es zu einer Diskussion in eurer Gruppe? – Um welches Problem handelte es sich? – Welche Interessen sind damit verbunden? – Welche Interessen spielen eine Rolle?
• Gab es einen Konflikt? - Kam es zu einem Streit? - Wenn ja, welche Lösungen sind euch eingefallen?
• Was war dabei hilfreich, was war hinderlich? - Wie habt ihr miteinander verhandelt? - Was hast du als fair empfunden? – Was hast du als unfair empfunden? – Wurdest du persönlich kritisiert?
• Wie hast du dich gefühlt, als du von einem anderen Mitschüler oder einer anderen Mitschülerin unterstützt wurdet?
Zentral für den Erkenntnisgewinn neben der fachlichen Auseinandersetzung mit den Leitfragen auch die metakognitive Reflexion des Arbeitsprozesses. Die Arbeit an dem Modul kann mit einem reflexiven Rückblick auf die gesamte komplexe Lernaufgabe und einer Überleitung auf das zweite Modul anhand des Advance Organizer abgeschlossen werden.
Konkretisierte Fragestellungen schlüsseln die leitende Fragestellung auf und eröffnen Möglichkeiten zur differenzierten Bearbeitung:
- Wie arbeiten wir in der Gruppe zusammen?
- Welche Vorteile bieten Gruppenarbeit und Einzelarbeit?
- Welche Bedeutung haben Einzelinteressen und Gruppeninteressen?
- Was bedeutet es kooperativ zu arbeiten?
- Welche Regeln kennen wir?
- Warum sind gemeinsame Regeln wichtig?
- Wie können die Regeln überprüft werden?
- Was ist ein Konflikt?
- Wie entstehen Konflikte?
- Wie lassen sich Konflikte bearbeiten?
- Wie lassen sich Konflikte ohne Gesichtsverlust verhandeln?
Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen.
Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren.
Vom konkreten Fall der gemeinsamen Bearbeitung des Mysterys kann nach entsprechender Würdigung des Arbeitsergebnisses auf die zentrale Fragestellung des Moduls abstrahiert werden, indem mithilfe der Erkenntnisse der Gruppenarbeit die Fragen mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert werden: Eine Klasse – viele unterschiedliche Interessen? Wie wollen wir mit Konflikten umgehen?“ In der Phase werden anhand der konkretisierenden Fragestellungen alle neuen Erkenntnisse und Kompetenzen, die im Rahmen dieser Lernaufgabe gewonnen wurden, abschließend noch einmal reflexiv gebündelt.
• Wie arbeiten wir in der Gruppe zusammen?
• Welche Vorteile bieten Gruppenarbeit und Einzelarbeit?
• Was bedeutet es kooperativ zu arbeiten?
• Welche Regeln kennen wir?
• Warum sind gemeinsame Regeln wichtig?
• Wie können die Regeln überprüft werden?
• Was ist ein Konflikt?
• Wie entstehen Konflikte?
• Wie lassen sich Konflikte bearbeiten?
• Wie lassen sich Konflikte ohne Gesichtsverlust verhandeln?
Aus dieser Reflexion werden Elemente für die Arbeit mit der Teamtafel gewonnen. Folgende Elemente könnten für die Arbeit mit der Teamtafel übernommen werden:
Mysterys können als Denkspielaufgabe charakterisiert werden, die die traditionelle Struktur der Wissensvermittlung inklusive linearer und wohl organisierter Quellen aufbrechen, um die Schülerinnen und Schüler anhand von zufälligen Informationsfragmenten zur aktiven Wissenskonstruktion anzuregen. Schlussfolgerndes und vernetzendes Denken in der Schule orientiert sich hier deutlich stärker an unseren alltagsnahen Bedeutungskonstruktionen und entspricht weitestgehend den lernpsychologischen Gütekriterien einer konstruktivistisch ausgerichteten Didaktik. Dabei lassen sich nicht nur überfachliche Qualitäten, wie z.B. „vernetzte[s] Denken sowie die Fähigkeit, das Gesehene zu systematisieren“ vermitteln, sondern auch konkrete Fachinhalte besonders anschaulich in einem zusammenhängenden Wirkungsgefüge reorganisieren und damit fast „nebenbei“ verinnerlichen. Ungeordnete und unterschiedliche Informationen ergeben erst in der Vernetzung ein sinnvolles Ganzes und fordern die Schülerinnen und Schüler auf, „Informationsbausteine [zu] bewerten, ordnen und in einen zuerst sehr mysteriösen Zusammenhang ein[zu]ordnen, der sich nach und nach durch sinnvolles Vernetzen der Einzelinformationen erhellt“ . Zentral bei der Durchführung des Mysterys ist die Beantwortung einer oder, wie in dem vorliegenden Fall, mehrerer Leitfragen, die nach einer thematischen Rahmung bzw. eines motivierenden Problemaufrisses zu Beginn des Unterrichts den Schülerinnen und Schülern in Form einer einführenden Geschichte vorgestellt werden. Hier können erste Vorstellungen (Präkonzepte) formuliert und im Plenum diskutiert werden, die schließlich zu einer fruchtbaren kognitiven Dissonanz bei den Lernenden führen sollen und aus der Perspektive der Lehrkraft der Diagnose des Lernstands dienen. Nachfolgend erhalten die Schülerinnen und Schüler Kärtchen mit Informationen, die sie für die Beantwortung der Leitfragen benötigen. Die Kärtchen, die in ihrem Informationsgehalt qualitativ sehr unterschiedlich gestaltet sind, werden in der jeweiligen Gruppe gleichmäßig verteilt und nacheinander vorgelesen. Indem die einzelnen Informationen miteinander in Verbindung gebracht werden, ergibt sich für die Schülerinnen und Schüler ein Bild der Gesamtsituation. Sie sollten in der Lage sein, durch die Kombination der Einzelinformationen die Leitfragen zunächst schriftlich, als auch anschließend mündlich im Plenum beantworten zu können. Eine besondere Bedeutung bei der Methode Mystery ist die abschließende Reflexion, da hier ein vertieftes Lernen stattfindet und metakognitive Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Dabei sollte v.a. der Lernprozess der Erarbeitungsphase thematisiert werden, indem die Vorgehensweisen der einzelnen Gruppen diskutiert werden.
Die hier exemplarisch dargestellten Aufgaben und Übungen ermöglichen die Beantwortung der Fragestellungen auf unterschiedlichem Niveau. Diese Planung muss jeweils an die spezifische Lerngruppe, mit Blick auf deren Vorwissen und Lernstand, angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Schülerinnen und Schüler in zieldifferenten Bildungsgängen in individualisierter Anbindung an ihre jeweilige Lern- und Entwicklungsplanung. Durch die Verknüpfung von möglichen anzusteuernden Kompetenzen sowohl im Fach Wirtschaft-Politik als auch in den basalen Entwicklungsbereichen eröffnen sich Entwicklungschancen, die für Lernende entsprechend ihres Lern- und Entwicklungsplanes genutzt werden können. Eine auf das Individuum bezogene Planung kann hierdurch eher fachliche oder entwicklungsbezogene Zugänge für den Unterricht definieren.
Folgende Materialien sind exemplarisch als konkrete Aufgaben/Übungen ausgearbeitet und stehen zur Verfügung: Bitte jeweils auf die Materialien verlinken. Mystery
• „Der große Knall“: Schilderung einer Einstiegssituation aus dem Schulalltag und drei rätselhafte Leitfragen (M1.1)
• Lösungshinweise zur Einstiegssituation (Material für die Lehrkraft) (M1.2)
• Tippkarten zum Mystery für die Schülerinnen und Schüler (M1.3)
• Mystery: 26 ungeordnete, differenzierte Informationskärtchen (M1.4)
• Advance Organizer für die gesamte komplexe Lernaufgabe (M1.0)
Durch die konkretisierten Fragestellungen werden Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans für die Gesamtschule und ausgewählt auch Kompetenzerwartungen aus dem Lehrplan „Sachunterricht“ für die Primarstufe angesteuert. Obwohl den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen wäre, eigene Fragestellungen zu entwickeln, kann es für Lernende sinnvoll sein, durch geschlossene Fragestellungen zur Kernthematik dieses Moduls geleitet zu werden. In der Darstellung der Lernaufgabe sind die Fragestellungen in (geschlossenen) W-Fragen formuliert. Entsprechend der Lerngruppe können die Fragen in dieser Form verwendet und/oder in offene Angebote überführt werden. Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen. Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren.
KLP Gesellschaftslehre, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch)
Lehrplan Sachunterricht Primarstufe NRW- Kompetenzerwartungen Demokratie und Gesellschaft Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft | |
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase Die Schülerinnen und Schüler | Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4 Die Schülerinnen und Schüler |
• benennen und berücksichtigen eigene Gefühle, Bedürfnisse und Interessen sowie die anderer Personen im Zusammenleben in der Klasse und in der Schule,
| • verhandeln unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zwischen einzelnen und zwischen Gruppen lösungsorientiert,
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• verhandeln Aufgaben und Regeln für das Zusammenleben in der Klasse und in der Schule und gestalten sie mit,
| erklären demokratische Entscheidungs-prozesse im politischen Zusammenhang (u. (u. a. Wahlen), |
• beteiligen sich an demokratischen Entscheidungsprozessen in der Klassen- und Schulgemeinschaft (u. a. Abstimmungen, Beratungen) und setzen Mehrheitsentscheidungen um.
| • beschreiben die Bedeutung der Kinderrechte und reflektieren deren Umsetzung in ihrem Umfeld (u. a. Recht auf Mitbestimmung), |
Im zieldifferenten Lernen kann sowohl ein Zugang über das fachliche Lernen als auch über die Entwicklungsbereiche gelegt werden. In diesem Unterrichtssetting können auf der Grundlage der individuellen Lern- und Entwicklungsplanung schwerpunktmäßig folgende Entwicklungschancen zum Tragen kommen.
Aufgaben/Übungen (Aufgabenbeschreibungen und konkrete Kompetenzerwartungen) | Impulse zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen |
Mystery – Der große Knall Aufgabenbeschreibung: Zu Beginn präsentiert die Lehrkraft den Lernenden eine „mysteriöse“ Geschichte aus dem Schulalltag, sowie die abschließenden, rätselhaften Leitfragen (M1.1). Die Schülerinnen und Schüler stellen Vermutungen zu den Leitfragen auf und werden feststellen, dass sie weitere Informationen benötigen. Es wird auf die 26 ungeordneten Informationenkärtchen verwiesen, die gleichmäßig in der Gruppe verteilt werden und die zur Lösung der Rätselfragen nötig sind. | Zur Vorentlastung und/oder Vorbereitung können Schülerinnen und Schüler durch ein Vorablernen (Preteaching) einen hilfreichen Zugang zur Thematik des Unterrichts finden. Beispielsweise können sie sich mit den Bildern und/oder den Texten der Mystery-Karten vertraut machen. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, vorbereitet in die Gruppenarbeit zu gehen. Durch die dadurch gewonnene Expertise erhalten die Möglichkeit mit Selbstvertrauen in die Gruppenarbeit zu gehen. In diesem Rahmen könnten auch die Texte der Karten für den Einsatz eines digitalen Vorlesestiftes codiert werden. |
| Zur Erarbeitung lesen die Schülerinnen und Schüler nacheinander ihre Informationskarten vor und tauschen sich zu Erkenntnissen bezogen auf die Beantwortung der Leitfragen aus. | Die unterschiedliche Gestaltung der Mystery-Kärtchen auf Doppelseiten (Visualisierung bzw. Text) ermöglicht im Sinne der Gestaltung entsprechend des Universal Design for Learning bzw. Kriterien der Lernförderung einen breiteren Zugriff auf die Informationen. Eine weitere Möglichkeit in diesem Sinne besteht darin, die Texte auf den Karten für einen digitalen Vorlesestift zu kodieren, so dass die Texte auch in gesprochener Form vorliegen. Wird auch das Vorablernen (siehe oben in dieser Spalte) zur Differenzierung angeboten, können in diesem Rahmen die Texte der Karten codiert werden. Die Arbeit in heterogenen Gruppen bietet Möglichkeiten der unterschiedlichen Hilfestellung durch leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler. Da die Methode Mystery zahlreiche Kompetenzen unterstützt bzw. erfordert, können sich die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler dabei sehr unterschiedlich zeigen und bietet dadurch verschiedene Differenzierungs- möglichkeiten: So kann ein Mitglied der Gruppe beim Argumentieren unterstützt werden. Diese Person hat aber evtl. Stärken in der Lesekompetenz und kann damit andere aus der Gruppe unterstützen. Das Helfersystem ist bei der Methode somit dynamisch.
Durch die Anzahl der Karten, die einzelne Schülerinnen und Schüler erhalten, kann ebenfalls eine Differenzierung erfolgen.
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Nach der Erarbeitungsphase innerhalb der Gruppen werden im Plenum die leitenden Fragestellungen beantwortet.
| Möglichkeit der Unterstützung durch einen Buddy. Dieser kann Unterstützung dabei bieten, sich kommunikativ zu verhalten, da „geschütztes“ Arbeiten zunächst mit Partner möglich. Bevor man ich in der Gruppe äußert, können die Antworten erst in diesem Rahmen ausgetauscht werden. Eine weitere Differenzierungsmöglichkeit bestünde hier im Einsatz der Methode. THINK-PAIR-SHARE
Als weiterführende Aufgabe könnte angeboten werden, passende Mystery-Karten den konstituierenden Begriffen aus dem Kompetenzmodell, die in den Fachkonzepten der Lernaufgabe besprochen werden, zuordnen (siehe Darstellung der Fachkonzepte im entsprechenden Reiter). |
| Fachkonzept | Konstituierende Begriffe |
| Demokratie | Mehrheitsprinzip, Abstimmung, Diskussion |
| Konflikt | Streit, Kompromiss, Interessen, Dissens, Konsens, Harmonie |
| Macht | Autorität, Verhandlung, Einfluss |
| Wahlen | Allgemein, frei, geheim, gleich, unmittelbar, Kandidatenaufstellung |
| Gerechtigkeit | Bedürftigkeit, Fairness |
| Interessengruppen | Einzelinteressen, Gruppeninteressen, Konfliktregulierung, Interessenartikulation |
Modul 2 Wie werden unsere Interessen in der Klasse vertreten?
In diesem Modul erarbeiten die Schülerinnen und Schüler unter der leitenden Fragestellung: „Wie werden unsere Interessen in der Klasse vertreten?“ Elemente für eine Teamtafel . Diese soll zum Abschluss der Lernaufgabe mit unterstützenden Aussagen für das weitere Zusammenleben und Zusammenarbeiten in der Klasse ausgestattet sein.
Im Modul 2 werden die Ergebnisse und Fragestellungen aus dem Modul 1 aufgegriffen. Dieses geschieht anhand des Advance Organizer (M1.0). Des Weiteren wird ein Überblick über die Inhalte, Aufgaben und Erwartungen des Moduls 2 gegeben. Durch die Erläuterung des Vorgehens werden die zentralen Aufgaben eines Unterrichtseinstiegs im (Politik-) Unterricht (Thematisierungs-, Strukturierungs-, Motivierungs- und Mobilisierungsfunktion) angesprochen und transparent gemacht.
Der fiktive Konflikt (Mystery) aus Modul 1 dient als Einstieg und Grundlage um gemeinsam zu überlegen, wie Konflikte in einer Klassengemeinschaft gelöst werden können. Ideen und Vermutungen der Schülerinnen und Schüler können in einer ersten Phase gesammelt werden. Weiterführend können in der Lerngruppe Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Klassengemeinschaft thematisiert werden.
Alternative: Sollte Modul 1 zuvor nicht durchgeführt worden sein, kann auch das Material M2 als Einstieg (ohne vorherige Erarbeitungsphase) dienen. In diesem Fall wird der fiktive Konflikt aus Modul 1 ausführlich thematisiert (z. B. Lehrervortrag M2.2). Ausgehend vom Fallbeispiel werden die zentralen Aspekte und Standpunkte der Personen erarbeitet. Konstituierende Begriffe entsprechend der Darstellung der Fachkonzepte und konstituierenden Begriffe von Weißeno (2010) zum Politikkompetenzmodell nach Detjen et.al. (2010). werden konkret genutzt:
Wie entstehen solche Konflikte?
Wie lassen sich Konflikte bearbeiten?
Wie können Interessen der Einzelnen eingebracht werden?
Wie kann ich mitbestimmen?
Als Mitbestimmungsform wird der Klassenrat thematisiert.
Als Einstieg könnte beispielsweise das Video der Klasse 5 c der OS Findorff (Klassenrat - YouTube [29.04.2021]) genutzt werden (M 2.0).. Der Film dauert 5:42 Min und zeigt anschaulich den Ablauf des Klassenrates.Die Schülerinnen und Schüler erklärendie Aufgaben und Ämter des Klassenrats und machen deutlich, in welcher Form Partizipation im Klassenraum realisiert werden kann. Als Erarbeitungsmethode der verschiedenen Ämter eines Klassenrates kann u.a. eine arbeitsteilige Gruppenarbeit genutzt werden.In Kleingruppen lernen die Schülerinnen und Schüler die jeweiligen Aufgaben und Funktionen kennen. Zur Aktivierung aller Schülerinnen und Schüler bietet sich hier zunächst die Methode Think-Pair-Share an (M2.1 Placemat) und M2.4 Ämterkarten Klassenrat). Grundsätzlich liegt es an der individuellen Ausgestaltung des Klassenrates der einzelnen Klassen, welche Ämter (M2.4 Ämterkarten Klassenrat) etabliert werden.
In einem weiteren Schritt bietet es sich an, ausgehend von dem fiktiven Konflikt, der im Mystery aus dem Modul 1 (M1.2 Mystery) angesprochen wird, einen Klassenrat in Form eines Rollenspieles durchzuführen. Dazu werden die Begriffe Rollenkarte(n) und Ämterkarte(n) eingeführt:
- Rollenkarten (M2.2): Darstellung der einzelnen Personen und ihrer Standpunkte aus dem Mystery des Moduls 1.
- Ämterkarten (M2.4): Ämter für den Klassenrat.
Die Rollenkarten und Ämterkarten werden verteilt. Einzelne Schülerinnen und Schüler erhalten Beobachtungsaufträge (M2.5). Die Schülerinnen und Schüler bilden einen Stuhlkreis und führen einen Klassenrat zur Auseinandersetzung mit einem Konflikt aus dem Mystery durch. An die Durchführung schließt sich eine inhaltliche Reflexion an:
Welche Interessen vertreten die Konfliktparteien?
Wie sind die Entscheidungen zustande gekommen (Macht, Dissens, Konsens)?
Des Weiteren stehen in einer methodischen Reflexion folgende Fragen im Fokus:
- Wie sind die Gesprächsregeln eingehalten worden?
- Wie haben wir in den Ämterrollen unsere Aufgaben erfüllt?
Diese Reflexionsphase ist auch die Grundlage für die Diskussion auf der Metaebene, ob die Schülerinnen und Schüler die Implementierung eines Klassenrates für ihre Klasse als sinnvoll erachten. Mit der inhaltlichen Hinführung zu Ablauf und Ziel des Klassenrates und einer möglichen Implementierung kann die Grundlage geschaffen werden, bzw. der räumliche Rahmen, um im Klassenverband gemeinsam über das soziale Miteinander, aktuelle Anliegen und Konflikte zu diskutieren, Lösungen und Kompromisse zu entwickeln, neue (Sozial)ziele zu setzen, Indikatoren zu besprechen, diese schriftlich in der Teamtafel zu formulieren und diese Ziele nach einer gesetzten Zeit zu reflektieren.
Wurde zunächst der Klassenrat als mögliche Partizipationsform erarbeitet, bietet es sich an, darauf aufbauend die Klassensprecher- bzw. Schülersprecherwahl zu thematisieren. Sie ist im Schulgesetz verankert und ermöglicht es, Schülerinnen und Schülern demokratische Prozesse erfahrbar zu machen und die Fähigkeit zur politischen Teilhabe zu stärken. Darauf aufbauend können die Bedeutung von Wahlen in demokratischen Systemen und die schulischen Möglichkeiten der Mitwirkung thematisiert werden. Ein kurzer Text (M2.6 Wer könnte unsere Rechte in der Klasse vertreten?) kann als Einführung in das Thema und als Gesprächsgrundlage über die Aufgaben eines Klassensprechers dienen und die Frage klären, was einen „guten“ Klassensprecher ausmacht (M2.7 Welche Aufgaben hat ein Klassensprecher?/ M2.8 Welche Eigenschaften sollte ein Klassensprecher haben?).Die Schülerinnen und Schüler erhalten an dieser Stelle die Möglichkeit, Vermutungen zu den Fragen aufzustellen, Ideen zu sammeln und zu darüber nachzudenken, was ihnen wichtig ist (z. B. zuhören, Wünsche weiter sagen). Die Ergebnisse können auf einem Plakat festgehalten werden.
Im weiteren Verlauf können die erarbeiteten Inhalte umgesetzt werden, indem die Schülerinnen und Schüler, je nach ihren individuellen Fähig- und Fertigkeiten, ein Wahlproramm schreiben, Wahlplakate gestalten oder eine Wahlrede halten.
Im Sinne des Universal Design for Learning (UDL) „Anbieten verschiedener Möglichkeiten zur Verarbeitung von Informationen und zur Präsentation des eigenen Wissens durch die Lernenden“ bieten sich grafische- (u. a. Bild-, Symbolmaterial, unterschiedliche Stifte), digitale Medien (u. a. Geräte mit Diktierfunktion zum Aufsprechen von Texten, digitale Vorlesestifte), Peer-Learning an. Daran anschließend können die Wahl und die Begrifflichkeiten „allgemein, frei, geheim, gleich, unmittelbar“ thematisiert und bei der Durchführung einer Wahl veranschaulicht werden (M2.9 Die Wahlregeln/ M2.10 Die Wahl). Materialien wie beispielsweise eine Wahlkabine, eine Wahlurne, Stimmzettel können hier unterstützend wirken.
Konkretisierte Fragestellungen schlüsseln die leitende Fragestellung auf und eröffnen Möglichkeiten zur differenzierten Bearbeitung:
• Wie entstehen Konflikte ?
• Wie lassen sich Konflikte bearbeiten?
• Wie sind Konflikte zu bewerten?
Warum sind Konflikte produktiv? (Dissens, Konsens)
• Welche Gesprächsregeln gibt es?
• Welche Aufgaben hat ein Klassenrat?
• Wie und wann können wir in der Klasse mitbestimmen?
• Warum machen wir uns Gedanken um Mitbestimmung?
• Welche Rechte habe ich als Schülerin, als Schüler?
• Welche Pflichten habe ich als Schülerin, als Schüler?
• Welches Anforderungsprofil muss eine Klassensprecherin, ein Klassensprecher erfüllen?
Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen. Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren.
Dieses Modul bietet die Möglichkeit, wichtige Stufen der Urteilsbildung zu fokussieren und für die weitere Arbeit auf der Teamtafel zu sichern. Die Schülerinnen und Schüler bekommen somit die Möglichkeit, die Bedeutung der Begriffe „Konsens“ und „Dissens“ zu erfassen. Für den Bereich „Vereinbarungen treffen“ könnte folgendes Beispiel für die Teamtafel genutzt werden: Wie äußere ich meine Meinung ohne andere zu verletzen? – Wie höre ich den Meinungsäußerungen der anderen zu? – Wie fühle ich mich, wenn die Gesprächsregeln eingehalten werden? Zum Abschluss folgt eine gemeinsame Reflexion der Arbeit am Modul 2, die Würdigung der entstandenen Produkte anhand des Advance Organizer (M1.0). Ein Ausblick auf das Modul 3 schließt sich hier an
Hier wird zunächst der Klassenrat als mögliche Partizipationsform und darauf aufbauend die Klassensprecherwahl thematisiert. Der Klassenrat ist, neben anderen Formen von Partizipation in Schule, wie zum Beispiel Klassensprecherinnen und Klassensprecher oder auch Schülervertretungen, in seiner Organisationsform eine Beteiligungsmöglichkeit aller Schülerinnen und Schüler einer Klasse und fordert und fördert viele personale, soziale und methodische Kompetenzen und insbesondere die demokratische Handlungskompetenz .
Gleichberechtigt haben alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse die Möglichkeit das soziale Miteinander zu gestalten (Verantwortlichkeiten, Rechte, Regeln), aktuelle Anliegen und Konflikte zu besprechen und Lösungen und Kompromisse zu entwickeln. Jede Klasse vereinbart gemeinsam das Konzept des Klassenrates (Organisation, Themenfindung, Regeln, Protokoll u. a.) welcher durch eine feste und verbindliche Verankerung im Stundenplan unterstützend wirken kann. Die Durchführung liegt in der Verantwortung der Schülerinnen und Schüler, während Lehrkräfte zunächst anleiten, ziehen sie sich zunehmend zurück und stehen beratend zur Verfügung. Zum Gelingen tragen verbindliche Strukturen, ritualisierte Abläufe und wertschätzende Umgangsformen bei .
Die Klassensprecherwahl stellt eine weitere Möglichkeit der Mitbestimmung an Schulen dar. So stellt ein Klassensprecher den Vertreter einer Schulklasse und damit Teil der Schülervertretung dar. Er wird – meist zusammen mit einem oder zwei Stellvertretern – zu Beginn des Schuljahres für ein halbes oder ganzes Schuljahr demokratisch von der gesamten Klasse aus deren Mitte gewählt. Der Wahlmodus kann variieren; so kann es sein, dass der Klassensprecher in einer offenen oder geheimen Wahl bestimmt wird.
Zu den Aufgaben des Klassensprechers gehören die Vertretung der Interessen und Anliegen der Klasse gegenüber dem Klassenlehrer und anderen Lehrkräften sowie die Mithilfe bei der Organisation von Exkursionen und (außerunterrichtlichen) Aktionen der Klasse. Außerdem dient er als Ansprechpartner der Schülerinnen und Schüler bei klasseninternen Problemen und bei Konflikten mit Lehrern. Weiterhin ist er Mitglied der Schülervertretung und vertritt somit die Belange der Schüler, auch gegenüber der gesamten Schule und der Schulleitung. Die Umsetzung und Wahrnehmung der Aufgaben obliegt den gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Klasse. Sie nehmen regelmäßig an den Treffen der Schülervertretung teil und vertreten dort nach Rücksprache mit ihrer Klasse die Belange der Schülerinnen und Schüler gegenüber der gesamten Schule und der Schulleitung und übernehmen so Verantwortung. In vielen Schulen können sich Klassensprecher auf das Amt des Schülersprechers bewerben und auch für diesen abstimmen. Der Klassensprecher ist ein Organ der Schülervertretung (SV) und bereitet ab Jahrgangsstufe 5 die monatliche SV-Stunde vor (M2.11 Wie könnt ihr in der Schule mitbestimmen?). Die Schülerinnen und Schüler können so aktiv an der Gestaltung ihres eigenen Lebensraums Schule mitwirken, Wünsche und Ideen einbringen, lernen Konflikte zu lösen, aber auch Konflikte auszuhalten. Durch die Teilnahme an den Treffen nehmen sie ihre kollektiven Mitwirkungsrechte im Schulbereich wahr und können sich in Prozesse zur politischen Willensbildung einbringen. Sie tragen zur Koordinierung der Schülermitwirkung in der Schule bei und stellen die Verbindung zwischen Schülern/Lehrer-/Schulkonferenz her
Folgende Materialien sind exemplarisch als konkrete Aufgaben/Übungen ausgearbeitet und stehen zur Verfügung: Bitte jeweils auf die Materialien verlinken.
Klassenrat
• Video der Klasse 5 c der OS Findorff genutzt werden (M 2.0). Den Videofilm findet man unter: Klassenrat - YouTube [29.04.2021]
• Idee zur Umsetzung des Think-Pair-Share (Placemat) (M2.1)
• Ausgangssituation aus Modul 1/ Rollenkarten (M2.2)
• Ausgangssituation aus Modul 1/ Lehrerhandreichung (M2.3)
• Ämterkarten Klassenrat (M2.4)
• Beobachtungsaufträge (M2.5a und M2.5b)
Klassensprecherwahl
• Hinführung durch „Infotext“ (M2.6)
• Aufgaben eines Klassensprechers ? Plakat gestalten, Arbeitsblatt (M2.7)
• Eigenschaften eines Klassensprechers ? Tafelbild, Arbeitsblatt (M2.8)
• Die Wahlregeln, Arbeitsblatt (M2.9)
• Die Wahl, Arbeitsblatt (M2.10)
• Mitbestimmen in der Klasse und in der Schule, Arbeitsblatt (M2.11)
• Advance Organizer für die gesamte komplexe Lernaufgabe (M1.0)
Weitere mögliche Arbeitsmaterialien • Arbeitsblätter zur Demokratisierung in der GS, 01/2017, Hrsg. Institut für Demokratieforschung, Projekt „Demokratie lernen – Grundschulen als Schlüsseleinrichtungen der Demokratiebildung“, Georg-August-Universität Göttingen, Weender Landstraße 14, 37073 Göttingen, Tel.: 0551-39-1701-00 Fax: 0551-39-1701-01 Aktuelles – Kinderdemokratie [29.04.2021]
Durch die konkretisierten Fragestellungen werden Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans für die Gesamtschule und ausgewählt auch Kompetenzerwartungen aus dem Lehrplan „Sachunterricht“ für die Primarstufe angesteuert. Obwohl den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen wäre, eigene Fragestellungen zu entwickeln, kann es für Lernende sinnvoll sein, durch geschlossene Fragestellungen zur Kernthematik dieses Moduls geleitet zu werden. In der Darstellung der Lernaufgabe sind die Fragestellungen in (geschlossenen) W-Fragen formuliert. Entsprechend der Lerngruppe können die Fragen in dieser Form verwendet und/oder in offene Angebote überführt werden. Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen. Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren
KLP Gesellschaftslehre, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch)
Demokratie und Gesellschaft Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft | |
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase Die Schülerinnen und Schüler | Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4 Die Schülerinnen und Schüler |
• benennen und berücksichtigen eigene Gefühle, Bedürfnisse und Interessen sowie die anderer Personen im Zusammenleben in der Klasse und in der Schule,
| • verhandeln unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zwischen einzelnen und zwischen Gruppen lösungsorientiert,
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• verhandeln Aufgaben und Regeln für das Zusammenleben in der Klasse und in der Schule und gestalten sie mit,
| • erklären demokratische Entscheidungs-prozesse im politischen Zusammenhang (u. (u. a. Wahlen), |
• beteiligen sich an demokratischen Entscheidungsprozessen in der Klassen- und Schulgemeinschaft (u. a. Abstimmungen, Beratungen) und setzen Mehrheitsentscheidungen um.
| • beschreiben die Bedeutung der Kinderrechte und reflektieren deren Umsetzung in ihrem Umfeld (u. a. Recht auf Mitbestimmung), |
Im zieldifferenten Lernen kann sowohl ein Zugang über das fachliche Lernen als auch über die Entwicklungsbereiche gelegt werden. In diesem Unterrichtssetting können auf der Grundlage der individuellen Lern- und Entwicklungsplanung schwerpunktmäßig folgende Entwicklungschancen zum Tragen kommen:
Konkretisierte Planungshinweise mit Impulsen zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen Die hier exemplarisch dargestellten Aufgaben und Übungen ermöglichen die Beantwortung der Fragestellungen auf unterschiedlichem Niveau.
| Aufgaben bzw. Übungen | Impulse zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen |
Aufgabenbeschreibung: Mithilfe der Mysterykarten erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler zentrale Argumente für und gegen das Trinken im Unterricht, die die Diskussion im Klassenrat und später die Überzeugung der Schulgemeinde von Bedeutung sind. | Karten aus dem Mystery (M1.3) Die Schülerinnen und Schüler entnehmen mit unterschiedlichen Hilfen (Visualisierungen durch Icons der Unterstützten Kommunikation, Einsatz digitaler Vorlesestifte PA) Informationen aus den Mysterykarten (z. B. Gesetzliche Bestimmungen untersagen das Essen und Trinken in den Fachräumen für Naturwissenschaften, bessere Konzentration bei auseichender Flüssigkeitszufuhr).
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Fortsetzung der Aufgabenbeschreibung: Welche Argumente für und gegen das Trinken findet ihr? Nutzt die Mysterykarten oder recherchiert im Internet nach weiteren Argumenten.
| Um Argumente für und gegen das Trinken im Unterricht zu finden, können den Schülerinnen und Schülern Texte angeboten oder Recherchen im Internet durchgeführt werden.
Das Arbeitsmaterial liegt exemplarisch in dreifach differenzierter Form vor. Dabei werden entsprechend des Universal Design for Learning bzw. Kriterien der Lernförderung[1] z. B. Visualisierungen durch Icons der Unterstützten Kommunikation und Leichte Sprache genutzt: Die Arbeitsmaterialien beinhalten den gleichen Text, das Lesen und Erfassen des Inhalts wird jedoch durch unterschiedliche strukturelle Hilfen ermöglicht: Bilder und die Platzierung der Fragen neben den Textabschnitten ermöglichen Schülerinnen und Schülern, sich leichter im Text orientieren zu können.
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Aufgabenbeschreibung: Der Konflikt aus dem Mystery „Der große Knall“ soll in ein Rollenspiel umgesetzt werden.
Ziel ist es, die die unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen, Einstellungen und Probleme Zum Thema „Trinken im Unterricht“ zu verdeutlichen und Ansatzpunkte für Veränderungen aufzuzeigen. | Im Rollenspiel können die Schülerinnen und Schüler auf Wunsch die verschiedenen Positionen einnehmen und die Ämter des Klassenrates praktisch erfahren. Einzelne Schülerinnen und Schüler erhalten Beobachtungsaufträge (M2.5). __________________________________
Die arbeitsteilige Gruppenarbeit mit heterogener Zusammensetzung kann dazu beitragen, allen Schülerinnen und Schüler den Zugang zu den jeweiligen Aufgaben und Funktionen zu ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler bilden einen Stuhlkreis und führen einen Klassenrat zur Lösung des Konfliktes aus dem Mystery durch. Die Schülerinnen und Schüler spielen den Konflikt aus der Geschichte nach und nehmen so unterschiedlicher Rollen ein, Positionen emotional nachzuempfinden.
___________________________________ Die Rollenkarten und auch die Ämterkarten haben unterstützend Piktogramme und wichtige Begriffe sind fettgedruckt.
Link: www.metacom-symbole.de Rollen können ggf. auch doppelt besetzt werden, um zu unterstützen.
Es werden zwei Gruppen gebildet:
Gruppe Spieler (Karten mit Namen der Rolle) Spieler erhalten ein Arbeitsblatt mit Informationen zu den Rollen (Herr Erlemeyer, Joy, Sandra, Max, Klasse 5d)
Gruppe Beobachter Beobachter erhalten Beobachtungsaufträge
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Rollenspiel Die Spielerinnen und Spieler schätzen die Konfliktsituation ein und wenden Konfliktbewältigungsstrategien an (suchen nach Ursachen, argumentieren, hören sich andere Sichtweisen an, schließen Kompromisse. Schalten Vermittler ein) Evtl. hier unmittelbar einen Beitrag für die Teamtafel ableiten: Welche Möglichkeiten gibt es, bestimmte Regeln umzusetzen. Möglichkeiten, Wünsche einzubringen. Verständigungsprozess – Kennenlernen der Teamtafel |
Aufgabenbeschreibung:
Umsetzung der Ergebnisse aus dem Klassenrat Die Klasse vereinbart gemeinsam das Konzept des Klassenrates (Organisation, Themenfindung, Regeln, Protokoll u. a.) und führt in Eigenverantwortung den Klassenrat durch. | Einführung/ Verantwortung der Ämter: individuelle Ausgestaltung je nach didaktisch-methodischen Überlegungen zur Lerngruppe (Umfang und Ausgestaltung der Ämter) __________________________________
Zunächst wird der Klassenrat durch die Lehrkräfte angeleitet, die sich zunehmend zurückziehen und dann nur noch und stehen beratend zur Verfügung stehen. |
Aufgabenbeschreibung: Klasse diskutiert über das Thema „Trinken im Unterricht“ – „nur mit Argumenten kannst du andere von deiner Meinung überzeugen“ | Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Ideen, sammeln Argumente und treffen Vereinbarungen, sie müssen ihre Meinungen äußern und begründen und ggf. in andere Gremien tragen (z.B. SV). Auch hier können Visualisierungen durch Icons der Unterstützten Kommunikation und Leichte Sprache genutzt werden.
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Aufgabenbeschreibung: Hinführung zum Thema Klassensprecherwahl Mithilfe eines kurzen Infotextes. Klärung der Frage „Welche Aufgabe hat ein Klassensprecher?“
| Im „Infotext“(M2.6) können wichtige Begriff markiert werden. Das Lesen und Erfassen des Inhalts kann durch unterschiedliche strukturelle Hilfen unterstützt werden. Digitaler Vorlesestift, Partnerarbeit
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Fortsetzung der Aufgabenbeschreibung:
Ein guter Klassensprecher sollte…. Erarbeitung der Aufgaben eines Klassensprechers
| (M2.8 „Eigenschaften eines Klassensprechers“) und (M2.9„Die Wahlregeln“)
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Fortsetzung der Aufgabenbeschreibung:
Gestaltung eines Plakats zu den Eigenschaften | Arbeitsmaterial in differenzierter Form. Dabei werden entsprechend des Universal Design for Learning bzw. Kriterien der Lernförderung z. B. Visualisierungen durch Icons der Unterstützten Kommunikation und Leichte Sprache genutzt. |
Aufgabenbeschreibung: Wer könnte unsere Rechte in der Klasse vertreten?
| Entsprechend der kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten können sich die Schülerinnen und Schüler dafür entscheiden ein Wahlprogramm, ein Wahlplakat oder eine Wahlrede zu halten. Einige Schülerinnen und Schüler lesen jeweils eine kurze, bereits vorbereitete Wahlrede vor. Im Plenum werden die Reden auf ihren Inhalt, insbesondere auf ihre Aussagen hinsichtlich der zuvor erarbeiteten Kriterien „Wer kann unsere Interessen am besten vertreten“ überprüft.
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Aufgabenbeschreibung: Was ist bei der Durchführung der Wahl zu beachten? Erarbeitung der Wahlregel.
| Einstieg: Abbildung Wahlurne als Stummer Impuls und Hinführung zum Thema _________________________________
Unterrichtsgespräch: Anhand der Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler können die Begriffe wie „freie, geheime und direkte Wahl“ eingeführt werden (M2.9 „Die Wahlregeln“). Zur Visualisierung und Veranschaulichung: Gestaltung eines Tafelbildes mit Icons/Fotos Partnerarbeit im Sinne des Helferprinzips für Schülerinnen und Schüler, die weitere Unterstützung benötigen.
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Fortsetzung der Aufgabenbeschreibung:
Gestaltung der Wahlzettel
| Ggf. mit Fotos der Kandidaten für nichtlesende Schülerinnen und Schüler
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Fortsetzung der Aufgabenbeschreibung:
Durchführung der Wahl
| Aufbau Wahlkabine mit Wahlurne, Wahlzettel ausfüllen Als Einstieg und Motivation hängt ein Plakat mit den Namen und Bildern der Kandidatinnen und Kandidaten an der Tafel. Anschließend wird der Wahlvorgang erklärt und die Begriffe: Wahlbenachrichtigung, Wahllokal, Stimmzettel, Wahlkabine, Urne im Zusammenhang erläutert. Zur Veranschaulichung wird der Wahlvorgang spielerisch geübt und durchgeführt, wie er in einem realen Wahllokal erfolgt. Zur Wiederholung beschreiben die Schülerinnen und Schüler die Abfolge des Wahlvorgangs und die Kriterien einer Wahl.
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Aufgabenbeschreibung: Wer hat gewonnen? | Vor der Auswertung der Stimmzettel wird erfragt, wie ermittelt werden kann, wer von den Kandidatinnen und Kandidaten gewonnen hat. Der Begriff „Mehrheitswahl“ wird in diesem Zusammenhang eingeführt. Nach der Wahl (M2.10 „Die Wahl“) erfolgt die Auszählung. Am Beispiel der Klassensprecherwahl kann ein demokratisches Entscheidungsverfahren im „Kleinen“ veranschaulicht werden und zur Hinführung auf politische Wahlen (Kommunal-, Landtags- oder der Bundestagswahl) dienen. In diesem Zusammenhang können folgende Artikel des Grundgesetzes thematisiert werden: Artikel 1 „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ und Artikel 3. (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Zur Differenzierung kann auch ein Grundgesetztext in Leichter Sprache verwendet werden: Leichte Sprache (70jahregrundgesetz.de) [29.04.2021] |
Aufgabenbeschreibung: Warum hast du XY gewählt? Ich habe XY gewählt, weil… | An die Wahl könnte sich eine Reflexion der getroffenen Entscheidung anschließen, um die eigene Entscheidung noch einmal zu veranschaulichen, zu analysieren und zu hinterfragen. Ein Arbeitsblatt mit der Frage: „Warum hast du … als Klassensprecherin/Klassensprecher gewählt?“ könnte die Reflexion unterstützen. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Gründe für die Wahl notieren. Zur strukturierten Unterstützung des Schreibprozesses kann ein vorbereitetes Arbeitsblatt mit Möglichkeiten des Ankreuzens formulierter Gründe hilfreich wirken. Durch die Möglichkeit des individuellen Hinzufügens weiterer Gründe, der Berücksichtigung Leichter Sprache bei der Formulierung der Gründe, dem Hinzufügen von Icons, Bildern kann dieses Arbeitsblatt weiter entsprechend individueller Bedarfe differenziert werden. Im anschließenden Klassengespräch werden die Gründe der Schülerinnen und Schüler ausgetauscht, diskutiert und Wertigkeiten aufgestellt. Dadurch kann ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass eine Kandidatin/ein Kandidat gewisse Anforderungen erfüllen sollte. Gemeinsam werden 3- 5 Kriterien erarbeitet, die Klassensprecherin/Klassensprecher erfüllen sollten. Zur Festigung und Vertiefung werden diese auf einem Merkblatt/Plakat festgehalten. |
Aufgabenbeschreibung: Wie können wir mitbestimmen?
Erarbeitung von Formen der Mitbestimmung (z.B. Klassensprechtag, Gremium Schülermitwirkung) Wiederholung der Aufgaben einer Klassensprecherin/eines Klassensprechers (Ansprechpartner der Schülerinnen und Schüler bei klasseninternen Problemen und bei Konflikten mit Lehrkräften, Mitglied der Schülervertretung)
| Sammlung der Vorschläge an der Tafel oder Gestaltung eines Plakats (M2.11 „Mitbestimmen in der Klasse und in der Schule“) Das Tafelbild „Wie könnt ihr in der Schule mitbestimmen?“ sollte eine Überschrift haben, anschaulich mit grafischen Elementen und einer ordnenden Struktur sowie übersichtlich (nicht zu viel Text - „weniger ist mehr“) gestaltet sein. Insbesondere der Einsatz von Signalwörtern, die entsprechend Kriterien der Leichten Sprache unterstrichen werden, können für Schülerinnen und Schüler in zieldifferenten Bildungsgängen hilfreich sein.
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Aufgabenbeschreibung: Wie kann die Klassensprecherin/der Klassensprecher als Mitglied der Schülervertretung die Belange der Schülerinnen und Schüler verteten? | Im Rahmen eines Klassenrats oder einer Schülersprechstunde können innerhalb der einzelnen Klassen Ideen, Wünsche oder Anliegen zu unterschiedlichen Themen gesammelt, diskutiert und notiert werden, die dann von den gewählten Vertreterinnen/Vertretern in die SV getragen werden. Dort werden diese Inhalte weiter bearbeitet, diskutiert und ggf. entsprechende Beschlüsse gefasst und dann wiederum von den gewählten Vertreterinnen/Vertretern in die Klassen getragen. Für Schülerinnen und Schüler können auch hier Arbeitsmaterialien in differenzierter Form. entsprechend des Universal Design for Learning bzw. Kriterien der Lernförderung z. B. Visualisierungen durch Icons der Unterstützten Kommunikation und Leichte Sprache genutzt werden. Weitere Infos: Zeitschrift: Lernen Konkret Schülervertretung im FgE Ausgabe 1/2020 (März) |
Modul 3 Wie können wir unsere Schule mitgestalten?
In diesem Modul erarbeiten die Schülerinnen und Schüler unter der leitenden Fragestellung: „Wie können wir unsere Schule mitgestalten?“ Bausteine für eine Teamtafel . Diese soll zum Abschluss der Lernaufgabe mit unterstützenden Aussagen für das weitere Zusammenleben und Zusammenarbeiten in der Klasse ausgestattet sein.
Im Modul 3 können die Erkenntnisse und Fragestellungen der zuvor bearbeiteten Module aufgegriffen werden. Beziehen sich die vorhergehenden Module auf die Situation im Klassenverband, greift Modul 3 Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Klasse in der Schulgemeinschaft auf. Materialgestützt erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Strategien, um als Klasse ihre Interessen in der SV einzubringen.
Als Methode dient eine „kleine“ Zukunftswerkstatt (vgl. Material M3.0). Die kleinere Variante der Methode ist auf die Phasen der Bestandaufnahme, Fantasiephase und des Realitätschecks reduziert. Diese Eingrenzung eröffnet die Möglichkeit dem Alter und Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden und alle Schülerinnen und Schüler einer heterogenen Lerngruppe gleichermaßen partizipieren zu lassen. Zudem ist diese Form der Zukunftswerkstatt in ca. 1-2 Unterrichtsstunden durchzuführen.
Die Arbeitsmaterialien sind so modifiziert, dass sie in der Regel bekannte Verfahrensweisen des Kooperativen Lernens aufgreifen (Arbeitsblatt 3: Think-Pair-Share). Den Schülerinnen und Schülern bietet sich so die Möglichkeit, in zunächst kleineren Gruppen Argumente auszutauschen, bevor dies in größeren Zusammenhängen erfolgt. Sprachliche Unterstützung erhalten die Schülerinnen und Schüler durch Hilfekarten mit sprachlichen Mitteln, Redewendungen oder Formulierungshilfen für das Argumentieren und Diskutieren (Hilfekarten 1-6). Die Hilfekarten bieten den Schülerinnen und Schülern sprachliche Hilfen (scaffolds), die sie in Gesprächen und Diskussionen bestärken sollen und sie befähigen, aktiv daran teilzunehmen. Dies ist ein zentrales Ziel des politischen Lernens, dass auch die individuelle Entwicklung fördert.
Im Blick auf das politische Lernen werden in Modul 3 die in Modul 1 und 2 genutzten konstituierenden Begriffe entsprechend der Darstellung der Fachkonzepte – bitte direkt verlinken auf Fachkonzepte der politischen Bildung --- und konstituierenden Begriffe von Weißeno (2010) zum Politikkompetenzmodell nach Detjen et.al. (2010), wie Interessen, Diskussion, Kompromiss spiralcurricular aufgegriffen.
Das Material M3.3 und M3.4 Realisierungsphase greift das für das Inhaltsfeld 2 formulierte Desiderat auf, Schülerinnen und Schüler auf die aktive politische „Teilhabe an der Zivilgesellschaft“ vorzubereiten. Dies geschieht in diesem Modul, indem Schülerinnen und Schüler abwägen, ob Wunsch und Realität bezogen auf ihr Vorhaben realistisch sind. Sie überprüfen, inwieweit sie selbst tätig werden müssen, um zum Gelingen der Maßnahme beizutragen und planen schließlich zielgerichtet, verantwortliche Akteurinnen und Akteure von ihrem Vorhaben zu überzeugen und deren Unterstützung zu gewinnen. Dieses Modul bietet die Möglichkeit wichtige Stufen der Urteilsbildung zu fokussieren und für die weitere Arbeit in der Teamtafel (Y-Chart) zu sichern.
Die Schülerinnen und Schüler bekommen somit die Möglichkeit, ihre Erkenntnisse zu artikulieren, mit Argumenten zu unterstützen, diese ggf. zu verhandeln und eine Entscheidung zu treffen. Für den Bereich der Meinungsäußerungen könnte folgendes Beispiel in die Y-Chart aufgenommen werden:
- Wie äußere ich meine Meinung, ohne andere zu verletzen?
- Wie höre ich den Meinungsäußerungen der anderen zu?
- Wie fühle ich mich, wenn die Gesprächsregeln eingehalten werden?
Ein weiterer möglicher Einsatz der Y-Chart kann in den Phasen der Zukunftswerkstatt erfolgen. Zur Vorbereitung innerhalb des Klassenverbandes kann die Bestandsaufnahme M3.1 unterstützend eingesetzt werden:
- Wie verhalte ich mich, wenn ich meine Wasserflasche nicht von zuhause mitgebracht habe?
- Was nehme ich wahr, wie andere Schülerinnen und Schüler reagieren?
- Wie fühle ich mich, wenn es Regeln gibt, die das Trinken im Unterricht ermöglichen?
Zum Abschluss folgt eine gemeinsame Reflexion der Arbeit am Modul 3, die Würdigung der entstandenen Produkte und ein reflexiver Rückblick auf die gesamte komplexe Lernaufgabe anhand des Advance Organizer. So werden alle neuen Erkenntnisse und Kompetenzen, die im Rahmen dieser Lernaufgabe gewonnen wurden, abschließend noch einmal reflexiv gebündelt. Als Überschrift des Aufklappers: Strukturierung des Moduls durch Fragen Konkretisierte Fragestellungen schlüsseln die leitende Fragestellung auf und eröffnen Möglichkeiten zur differenzierten Bearbeitung:
• Was gefällt uns gut an unserer Schule und unserem Miteinander?
• Was würden wir gerne in der Klasse oder Schule verändern?
• Warum sind diese Veränderungen für uns wichtig?
• Was ist unser größter Wunsch? • Welche Veränderungen sind wichtig für alle Schülerinnen und Schüler?
• Was bedeutet es für uns, in der Schule mitzubestimmen?
• Wie und wann können wir mitbestimmen? • Welche Gremien der Mitbestimmung gibt es in der Schule?
• Wie können wir die Interessen unserer Schule auch nach außen vertreten?
• Wieso machen wir uns Gedanken um Mitbestimmung?
Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen.
Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren. .
Konkretisierte Fragestellungen schlüsseln die leitende Fragestellung auf und eröffnen Möglichkeiten zur differenzierten Bearbeitung:
• Was gefällt uns gut an unserer Schule und unserem Miteinander?
• Was würden wir gerne in der Klasse oder Schule verändern? • Warum sind diese Veränderungen für uns wichtig?
• Was ist unser größter Wunsch?
• Welche Veränderungen sind wichtig für alle Schülerinnen und Schüler?
• Was bedeutet es für uns, in der Schule mitzubestimmen?
• Wie und wann können wir mitbestimmen?
• Welche Gremien der Mitbestimmung gibt es in der Schule?
• Wie können wir die Interessen unserer Schule auch nach außen vertreten?
• Wieso machen wir uns Gedanken um Mitbestimmung?
Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen. Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren.
Die hier exemplarisch dargestellten Aufgaben und Übungen ermöglichen die Beantwortung der Fragestellungen auf unterschiedlichem Niveau. Diese Planung muss jeweils an die spezifische Lerngruppe, mit Blick auf deren Vorwissen und Lernstand, angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Schülerinnen und Schüler in zieldifferenten Bildungsgängen in individualisierter Anbindung an ihre jeweilige Lern- und Entwicklungsplanung. Durch die Verknüpfung von möglichen anzusteuernden Kompetenzen sowohl im Fach Wirtschaft-Politik als auch in den basalen Entwicklungsbereichen eröffnen sich Entwicklungschancen, die für Lernende entsprechend ihres Lern- und Entwicklungsplanes genutzt werden können. Eine auf das Individuum bezogene Planung kann hierdurch eher fachliche oder entwicklungsbezogene Zugänge für den Unterricht definieren.
Mit den Schülerinnen und Schülern können im Abschluss an die Durchführung der Zukunftswerkstatt eine Reflexion zu unterschiedlichen Schwerpunkten wie der Methode an sich, dem Verhalten bei der Teilnehmenden oder dem Umgang mit möglichen Konflikten erfolgen. Reflexionsfragen können sein:
• Konnten in der Zukunftswerkstatt alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ideen einbringen?
• Haben sich alle Beteiligte an den Ablauf gehalten?
• Gab es beim Durchführen der Zukunftswerkstatt Konflikte?
• Konnte gemeinsam eine Strategie erarbeitet werden?
• Wurden weitere Schritte geplant?
Aus dieser Reflexion werden Inhalte für die Arbeit mit der Teamtafel gewonnen.
Für den Bereich der Meinungsäußerungen könnte folgendes Beispiel in die Y-Chart aufgenommen werden:
- Wie äußere ich meine Meinung, ohne andere zu verletzen?
- Wie höre ich den Meinungsäußerungen der anderen zu?
- Wie fühle ich mich, wenn die Gesprächsregeln eingehalten werden
Bezogen auf die inhaltlich thematische Ebene der Zukunftswerkstatt können beispielsweise folgende Fragen in die Y-Chart übernommen werden:
- Wie verhalte ich mich, wenn ich meine Wasserflasche nicht von zuhause mitgebracht habe?
- Was beobachte ich, wenn Schülerinnen und Schüler in der Pause Getränke kaufen wollen?
- Was nehme ich wahr, wenn alle Getränke in Einwegverpackungen mitbringen?
- Wie fühle ich mich, wenn Schülerinnen und Schüler Müll auf dem Schulhof hinterlassen?
- Was bedeutet es für mich, wenn alle Schülerinnen und Schüler einen Getränkespender nutzen dürfen?
- Was nehme ich wahr, wie andere Schülerinnen und Schüler reagieren?
- Wie fühle ich mich, wenn es Regeln gibt, die das Trinken im Unterricht ermöglichen
Methodisch steht im Zentrum dieses Moduls eine reduzierte Form der Großmethode Zukunftswerkstatt. Bei der Zukunftswerkstatt handelt es sich um eine Methode, in der möglichst umfassend Interessen und Wünsche aller Beteiligten Berücksichtigung finden sollen, bevor ein größeres Vorhaben umgesetzt wird. Reduziert wurde die Zukunftswerkstatt in diesem Beispiel auf drei Phasen: die Bestandaufnahme, die Wunschphase und die Realisierungsphase. Für inklusive Lerngruppen ist die „kleine“ Zukunftswerkstatt deshalb in besonderer Form geeignet, da die Schülerinnen und Schüler zunächst innerhalb ihrer Mög-lichkeiten die Situation an der eigenen Schule beobachten und beschreiben und in der Wunschphase ihre eigenen Vorstellungen formulieren. Diese Phasen lassen einen intuitiv-emotionalen Zugang zu. Die eher analytisch-rationale Phase der Realisierung wird so inhaltlich vorbereitet.
Folgende Materialien sind exemplarisch als konkrete Aufgaben/Übungen ausgearbeitet und stehen zur Verfügung: Bitte jeweils auf die Materialien verlinken.
• M3.0: Ablauf einer „kleinen“ Zukunftswerkstatt Grundlage: Schockemöhle, Johanna: Was wäre, wenn …? Lernen in der Zukunftswerkstatt. In: Geographie heute, H. 285/286 (2010). Zit. nach: http://www.globales-lernen.uni-bayreuth.de/de/PDF_Dateien/Zukunftswerks…
• M3.1: Bestandsaufnahme
• M3.2: Fantasiephase – „Was wäre, wenn…?“
• M3.3: Realisierungs-Check
• M3.4: 5-Satz-Methode zur Erarbeitung und Auswahl von Elementen für eine Teamtafel (+ Lösung)
• M3.5: Hilfekarten in zwei Versionen zum argumentativen Austausch: o Hilfekarte 1: Die eigene Meinung äußern. o Hilfekarte 2: Die eigene Meinung begründen. o Hilfekarte 3: Positionen abwägen und überdenken. o Hilfekarte 4: Vermutungen äußern. o Hilfekarte 5: Einen Zweck oder ein Ziel verfolgen. o Hilfekarte 6: Nachfragen stellen und Argumente verstehen.
• M1.0: Advance Organizer für die gesamte komplexe Lernaufgaben
Durch die konkretisierten Fragestellungen werden Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans für die Gesamtschule ausgewählt und auch Kompetenzerwartungen aus dem Lehrplan „Sachunterricht“ für die Primarstufe angesteuert. Obwohl den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen wäre, eigene Fragestellungen zu entwickeln, kann es für Lernende sinnvoll sein, durch geschlossene Fragestellungen zur Kernthematik dieses Moduls geführt zu werden. In der Darstellung der Lernaufgabe sind die Fragestellungen in (geschlossenen) W-Fragen formuliert. Entsprechend der Lerngruppe können die Fragen in dieser Form verwendet und/oder in offene Angebote überführt werden. Abgestimmt auf Bedarfe der Lerngruppe muss eine Auswahl der Fragestellungen erfolgen. Ebenso sind die Fragestellungen für die Lernenden sprachlich und ggf. inhaltlich differenziert zu formulieren
KLP Gesellschaftslehre, Abschnitt B: Wirtschaft-Politik (fachspezifisch).
Demokratie und Gesellschaft
Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Gesellschaft | |
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase Die Schülerinnen und Schüler | Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4 Die Schülerinnen und Schüler |
• benennen und berücksichtigen eigene Gefühle, Bedürfnisse und Interessen sowie die anderer Personen im Zusammenleben in der Klasse und in der Schule,
| • verhandeln unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zwischen einzelnen und zwischen Gruppen lösungsorientiert,
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• verhandeln Aufgaben und Regeln für das Zusammenleben in der Klasse und in der Schule und gestalten sie mit,
| |
• beteiligen sich an demokratischen Entscheidungsprozessen in der Klassen- und Schulgemeinschaft (u. a. Abstimmungen, Beratungen) und setzen Mehrheitsentscheidungen um.
| • beschreiben die Bedeutung der Kinderrechte und reflektieren deren Umsetzung in ihrem Umfeld (u. a. Recht auf Mitbestimmung),
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Im zieldifferenten Lernen kann sowohl ein Zugang über das fachliche Lernen als auch über die Entwicklungsbereiche gelegt werden. In diesem Unterrichtssetting können auf der Grundlage der individuellen Lern- und Entwicklungsplanung schwerpunktmäßig folgende Entwicklungschancen zum Tragen kommen:
Die hier exemplarisch dargestellten Aufgaben und Übungen ermöglichen die Beantwortung der Fragestellungen auf unterschiedlichem Niveau.Konkretisierte Planungshinweise mit Impulsen zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen
Das exemplarisch dargestellte Fallbeispiel („kleine“ Zukunftswerkstatt zu der Leitfrage Soll für die Schule ein Wasserspender angeschafft werden?) und die hierzu dargestellten Aufgaben ermöglichen die Beantwortung der Fragestellungen auf unterschiedlichem Niveau.
Die Fragen können je nach Ausgangssituation angepasst und ergänzt werden. Sie werden in den drei Phasen der „kleinen“ Zukunftswerkstatt aufgegriffen bzw. dienen als Impulse für die Schülerinnen und Schüler.
Die Schülerinnen und Schüler führen eine „kleine“ Zukunftswerkstatt zum Thema „Soll für die Schule ein Wasserspender angeschafft werden?“ durch.
Die „kleine“ Zukunftswerkstatt wird hier exemplarisch zu der Leitfrage Soll für die Schule ein Wasserspender angeschafft werden? durchgeführt.
• „Dürfen wir im Unterricht trinken?“
• „Wann dürfen wir etwas trinken?“
• „Sind Glasflaschen erlaubt?“
• „Wo können wir Getränke kaufen?“
• „Was stört mich besonders?“
• „Ist ein Wasserspender eine gute Anschaffung im Interesse aller Schülerinnen und Schüler?“
• „Welche Argumente gibt es für das Trinken im Unterricht?“
• „Gibt es Schulen, die schon Wasserspender angeschafft haben?“
• „Wie sind diese Schulen vorgegangen, um einen Wasserspender anzuschaffen?“
• „Gibt es Firmen oder Institutionen (z.B. Wasserversorger), die uns (auch finanziell) unterstützen können?“
• „Welche Kosten entstehen, wenn wir einen Wasserspender anschaffen?“
• „Wen müssen wir ansprechen?“
• „Wie soll die Nutzung eines Wasserspenders geregelt werden?“
• „Wie kann eine Wartung der Geräte aussehen?“
• „Gibt es Regelungen zur Nutzung von Wasserspendern an Schulen?“