26.03.2026 „Kinder im Blick – Was bewegt Schule?! Anregungen aus Theorie und Praxis für die Schulsozialarbeit und Lehrkräfte“
Tagesablauf:
09:00 Ankommen & Stehkaffee
09:30 Begrüßung: B. Große Hüttmann (Direktor QUA-LiS NRW), M. Otto (Referatsleitung 524 MSB NRW)
09:40 Podiumsgespräch: Kinder der Georgschule Soest und Prof. Dr. Eik-Henning Tappe
10:00 Wissenschaftlicher Impuls: Prof. Dr. Eik-Henning Tappe „Von TikTok bis KI - Aufwachsen zwischen digitalen Kulturen und schulischer Realität“
11:15 Kurzimpulse (einstündiger fachl. Input)
12:15 Mittagspause & Galeriegang
13:30 Workshops (zweistündiges Austauschformat)
15:30 Resumée & Ausblick
ca. 16:00 Uhr Ende der Fachtagung
Moderationsfolien gekürzt:
Freundschaftsbogen "Meine Schule & ich":
Wissenschaftlicher Impuls: Prof. Dr. Eik-Henning Tappe (FH Münster)
Von TikTok bis KI – Aufwachsen zwischen digitalen Kulturen und schulischer Realität
Der Vortrag greift das veränderte Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einer mediatisierten Gesellschaft auf. Digitale Medien, Gaming, KI-Anwendungen und soziale Plattformen prägen den Alltag von Heranwachsenden und beeinflussen soziale Beziehungen, Kommunikationsformen und die Entwicklung von Identität. Analoge und digitale Lebenswelten sind dabei eng miteinander verwoben.
Schule wird zu einem zentralen Ort sozialer und digitaler Aushandlungsprozesse, in dem Kinder und Jugendliche lernen, Regeln, Werte und Zugehörigkeit auszubilden und zu reflektieren.
Für die Schulsozialarbeit ergeben sich daraus neue pädagogische Anforderungen: Sie begleitet Kinder in veränderten Medienkulturen, stärkt soziales Lernen und unterstützt präventionssensible Schulentwicklung.
Neben Herausforderungen stehen insbesondere die Potenziale digitaler Lebenswelten im Fokus. Diese bieten vielfältige Möglichkeiten zur Förderung von Partizipation, Medienkompetenz und sozialem Miteinander.
Eik-Henning Tappe ist Professor für Digitalisierung und Medienpädagogik in der Sozialen Arbeit an der FH Münster.
Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Einsatz von Gaming und Gaming-Kultur in der Kinder- und Jugendarbeit, mit den möglichen pädagogischen Herausforderungen von Zukunftstechnologien sowie mit dem Einsatz von erweiterten Realtäten in der Praxis der Sozialen Arbeit und im Kontext von Lehren und Lernen.
Kurzimpulse und Workshops
1/A Kleine Dinge, große Wirkung – wie es Schule gelingen kann, Kinder wirklich wahrzunehmen.
Schule ist geprägt von Heterogenität: Kinder weisen unterschiedliche Lernausgangslagen auf, zeigen vielfältige Verhaltensweisen, bringen Erfahrungen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten mit und treffen mit all dem auf eine ebenso vielfältige Schulgemeinde.
All das können wir nicht ignorieren – einerseits, weil Unterricht ohne Rücksicht auf individuelle Bedarfe nicht mehr möglich ist, andererseits, weil wir irgendwann einmal angetreten sind, um Kinder auf ihrem Weg zu begleiten. Damit das gelingen kann, müssen sich Kinder gesehen fühlen. Dabei geht es um tatsächliches Wahrnehmen, um ernsthaftes Interesse.
Was wie eine unlösbare Aufgabe klingt, ist leistbar und zwar ohne aufwendiges Programm. Es reichen kleine Interventionen und Rituale. Getragen wird das von einer gemeinsamen Haltung und auch die kann man im Kollegium erarbeiten. Wir wollen zeigen, wie genau das gelingen kann. Mit Hilfe von Material werden wir etliche unserer Methoden vorstellen und gemeinsam ausprobieren.
Astrid Lindgren-Schule Mülheim
Kathrin Grollmann, Schulleiterin & Kirsten Heer, Schulsozialarbeiterin
2/B KinderCampus – Dein Ort zum Spielen, Lachen und Lernen
Vom Nebeneinander zum Miteinander: mehr Chancen durch Kooperation
Das Modellprojekt „KinderCampus Dortmund“ wird Ihnen vorgestellt, von den Anfängen bis zum Stand nach drei Jahren Projektlaufzeit. Anhand von Beispielen aus Theorie und Praxis werden ausgewählte Aspekte erörtert.
Es gibt konkrete Einblicke in neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Fachkräften, Trägern und Verwaltungseinheiten an einem Standort, dem sogenannten Campus. Gemeinsam schauen wir dabei auch auf die Chancen und Herausforderungen dieser Ansätze und denken dabei immer „vom Kind aus“.
Im Workshop wird Zeit dafür sein, Ideen für den Transfer in die eigene Praxis zu entwickeln und die Rolle der Fachkräfte für Schulsozialarbeit genauer zu betrachten. Dazu gehen wir anhand von Praxisbeispielen genauer auf deren Funktion und Aufgabe am KinderCampus ein.
Stadt Dortmund, Fachbereich Schule, KinderCampus
Hiltrud Schröder, KinderCampusmanagerin & Stefan Woßmann, KinderCampusmanager
3/C Schulische Sozialräume aus Kindersicht – Wahrnehmung, Bedeutung und pädagogische Implikationen
Im Rahmen des Workshops wird die Perspektive von Schülerinnen und Schülern auf ihre schulische und außerschulische Lebenswelt betrachtet. Durch digitalgestützte Sozialraumerkundungen (App #stadtsache) werden ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen systematisch zugänglich gemacht.
Auf Basis konkreter Materialien, etwa Fotografien, Video- oder Audioaufnahmen, wird gemeinsam analysiert, welche Orte für Kinder bedeutsam sind, wie sie diese erleben und welche subjektiven Bedeutungszuschreibungen damit verbunden sind.
Zudem wird der Frage nachgegangen, inwiefern schulische und soziale Umgebungen das Wohlbefinden (Well-Being) von Kindern beeinflussen.
Ziel ist es, Kinderperspektiven sichtbar zu machen und daraus Impulse für ein unterstützendes, sozialraumorientiertes Handeln in schulischen Kontexten abzuleiten.
Ruhr-Universität Bochum
Institut für Erziehungswissenschaft / Arbeitsgruppe Sch.U.L.forschung
Dr. Matthias Forell, Wissenschaftlicher Mitarbeiter & Philipp Matthes, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
4/D Stress und Stressbewältigung im Grundschulalter
In Umfragen ist der Faktor „Schule“ schon lange auch für Grundschulkinder der Stressauslöser Nummer 1. Insbesondere seit der Pandemie werden stressbegleitende Symptome wie Erschöpfung und Schlafprobleme häufiger von Schülerinnen und Schülern berichtet. Einerseits wird die erhöhte Aufmerksamkeit für derartige Themen „gefeiert“. Gleichzeitig wird in Fachkreisen diskutiert, in welchem Ausmaß die aktive Auseinandersetzung mit entsprechenden Thematiken zu einer (übermäßig) erhöhten Wahrnehmung derselben führen können.
Was bedeutet das für Präventionsprogramme für Grundschulkinder?
Wir schauen uns bestehende (und derzeit in der Entwicklung befindliche) Programme und deren Konzepte an, schauen auf interessante Modelle der Resilienzforschung und versuchen auf diese Weise auf eine stärkere Verwurzelung des Themas im Schulalltag aller Beteiligten zu fokussieren.
Bildungs- und Schulberatung Gütersloh
Dr. Marc Vierhaus, Schulpsychologe
Link zum digitalen Pinboard Dr. Vierhaus
5/E Schule in Bewegung denken und partizipativ entwickeln – „FSG bewegt“ als ganzheitlicher Ansatz für die Schulgemeinde
Mit dem Konzept des Koordinierungsbereiches „FSG bewegt“ stellt die Fritz-Steinhoff-Gesamtschule Hagen Bewegung als festen Bestandteil des Schul-lebens in den Mittelpunkt. Ziel ist es zum einen, die eigenen Schülerinnen und Schüler an ein Leben mit Bewegung heranzuführen, zum anderen bereits Kindergartenkinder und Grundschülerinnen und -schüler frühzeitig einen Einblick in das Schulleben an einer weiterführenden Schule zu gewähren, indem sie dort positive Spiel- und Bewegungserfahrungen sammeln.
Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 7, 9 und der Oberstufe unterstützen und gestalten die vielfältigen Angebote aktiv mit. Bewegung wird während der gesamten Schulzeit als Gemeinschafts- und Spaßfaktor erlebbar gemacht und die Kinder und Jugendlichen werden motiviert, Sport nachhaltig in ihren Alltag zu integrieren.
Wir stellen Ihnen verschiedene Aktivitäten und Konzepte vor und Sie haben die Möglichkeit im Workshop gemeinsam zu reflektieren, was auch in einer anderen Schule umsetzbar wäre.
https://www.fsg-hagen.de/?page_id=7197
Fritz-Steinhoff-Gesamtschule Hagen
Schülerinnen und Schüler & Birgit Geisweid, Koordinatorin „FSG bewegt“ & Stefan Cordes-Schasse, Didaktischer Leiter
6/F Das Patenmodell an der Gesamtschule Barmen, Wuppertal
“FLA Move your Buddy“ ist ein einjähriges freies Lernangebot für Jugendlichedes 9. Jahrgangs. Im Sinne des Schulprinzips „Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für andere Schülerinnen und Schüler” lernen die Jugendlichen, was ein guter Buddy (= Freundin/Freund oder Zuhörerin/Zuhörer) braucht, um jüngeren Schülerinnen und Schülern zu helfen, die neu an die Schule kommen und sich erst einmal orientieren müssen.
Wir stellen Ihnen unser Patenmodell und damit zusammenhängende Rahmenbedingungen vor, welche Ziele verfolgt werden, welche Aufgaben und Besonderheiten bestehen und wie eine Patenschaft nach erfolgreicher Ausbildung konkret aussieht.
Im Workshop besteht die Möglichkeit des Austauschs, um gemeinsam zu überlegen, wie das Patenmodell an der eigenen Schule umgesetzt werden könnte.
Gesamtschule Barmen Wuppertal
Jörg Niechciol, Schulsozialpädagoge & Jana Wuttke, Schulsozialpädagogin
7/G Schulabsentismus – Mehr als nur kein Bock auf Schule!?
Schulabsentismus bezeichnet das Fernbleiben von der Schule, ohne ausreichenden Grund. Tatsächlich tritt Schulabsentismus an allen Schulformen auf, auch schon in der Grundschule. Langfristiger Schulabsentismus kann schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung von betroffenen Schülerinnen und Schülern haben. Deshalb sind ein frühzeitiges Entgegenwirken sowie Maßnahmen, um diese Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, sehr wichtig.
Bei der Fachtagung geht es darum, ein erstes Verständnis für die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Schulabsentismus zu entwickeln und Handlungsmöglichkeiten im schulischen Umgang damit kennenzulernen. Die Moderatorinnen der Schulpsychologischen Beratungsstelle laden dazu zu einem systemisch-lösungsorientierten Hinschauen ein. Neben einem Input gibt es Gelegenheit zum Austausch und zum Mitmachen.
Schulpsychologische Beratungsstelle Kreis Unna
Lara Meyritz, Schulpsychologin & Sonja Strake, Schulpsychologin
8/H Zusammen wachsen – Soziales Lernen und Rassismussensibilisierung
„Zusammen wachsen“ ist ein Projekt mit den Schwerpunkten „Soziales Lernen“ und „Rassismussensibilisierung“ im Grundschulalter. Es fördert die Selbstwirksamkeit und ermöglicht eine gewaltfreiere Kommunikation innerhalb der Schule.
Das Angebot richtet sich an Schulsozialarbeitende und weitere Fachkräfte, die ihr Methodenrepertoire erweitern und ein erprobtes Vorhaben kennenlernen möchten, das sich gut in den Schulalltag integrieren lässt. Das Projekt verbindet Prävention, Beziehungsarbeit und Bildungsarbeit auf eine Weise, die im Alltag umsetzbar ist und nachhaltig wirkt.
Wir stellen Ihnen zunächst das Konzept und die dahinterstehende, notwendige pädagogische Haltung vor, so dass Sie einen klaren Überblick über Inhalte, Ablauf und Wirkungen des Projekts erhalten.
Im Workshop besteht die Möglichkeit, Einblicke in konkrete Methoden, Übungen und Materialien sowie beispielhafte Sequenzen aus dem Projektalltag zu bekommen.
Zusätzlich besteht ein Angebot für einen 3tägigen Workshop in Hagen, um das Projekt und dessen mögliche Umsetzung vertiefen zu können.
Stadt Hagen
Lisa A. Peters, Koordination Schulsozialarbeit & Nadine Markschat, Systemberatung Extremismusprävention – Schulpsychologische Beratungsstelle
Galeriegang
Diese Institutionen und Angebote waren im Foyer ausgestellt: