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Arbeitsbereiche

Illustration menschengroßes Puzzle, welches von Personen zusammengesetzt wird

Schulsozialarbeit ist ein sehr heterogenes und komplexes Arbeitsfeld und abhängig von standortspezifischen Gegebenheiten und Bedarfen. Die jeweiligen Schwerpunkte für die Arbeit der Fachkräfte für Schulsozialarbeit vor Ort werden in Gesprächen mit allen Beteiligten geklärt. So entsteht ein passgenaues Leistungs- und Präventionsangebot für die Schule.

In NRW werden Kommunale Koordinierungsstellen für Schulsozialarbeit eingerichtet, um die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Schule zu unterstützen.

Zu den allgemeinen Handlungsfeldern der Schulsozialarbeit gehören:

Präventionssensible Schulentwicklung

Die Schulsozialarbeit gestaltet präventionssensible Schulentwicklungsprozesse mit. Die schulischen Weiterentwicklungen im Feld der Prävention sollten bedarfsorientiert sein (bspw. mit Hilfe der Umfrage zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen), fachlich aufeinander abgestimmt (bspw. mit Hilfe der Handreichung „Schulische Beratungs- und Unterstützungsnetzwerke“) und der Schulgemeinschaft transparent gemacht werden, um nachhaltig wirksam sein zu können.

Rolle der Schulsozialarbeit in der Schulentwicklung

Schulsozialarbeit kann vielfältige Bezugspunkte in der Schulentwicklung finden und dort anknüpfen oder auch je nach Eingebundenheit im jeweiligen System eigene Vorschläge einbringen. Insbesondere innerhalb des Inhaltsbereichs 3 -„Schulkultur“- des Referenzrahmens Schulqualität NRW finden sich geeignete Themen.

Im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen kann Schulsozialarbeit u.a. ihren Beitrag leisten bei:

Beratung und Einzelfallhilfe

Beratung und Einzelfallhilfe ist eine Kernaufgabe der Schulsozialarbeit. „Beratung ist im Verlauf der Zeit zu einer Unterstützungsform in psychosozialen, sozialen, psychologischen und pädagogischen Berufsfeldern geworden, in denen Fachkräfte in unterschiedlichen Aufgabenbereichen ihr professionelles Handeln einsetzen.“ (Just, 2016, S. 112).

Die sozialpädagogische Beratung in Schule arbeitet systemisch, lebenswelt- und ressourcenorientiert. Ihre Beratungskompetenz basiert auf dem Theorie-, Methoden,- Kooperations- und Systemwissen von Jugendhilfe und Schule. Die systemische Beratung kann als häufig angewendete Beratungsmethode in der Schulsozialarbeit hervorgehoben werden. „Systemische Praxis ist die Nutzung systemischen Denkens für den professionellen Umgang mit Menschen bei der Linderung, Bewältigung, Klärung oder Auflösung ihrer persönlichen, zwischenmenschlichen und organisatorischen Probleme (Ludewig, 2009, S. 16; zitiert in: Just, 2016, S. 167).

Mitarbeit im Schulischen Team für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention

Das im Rahmen des schuleigenen Beratungskonzepts gebildete Team für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention (vgl. BASS 12-21 Nr. 4 „Beratungstätigkeiten von Lehrerinnen und Lehrern in der Schule“) hat beim Krisenmanagement eine besondere Bedeutung. Aufgrund ihrer Qualifikation sind die Fachkräfte für Schulsozialarbeit im Regelfall Mitglieder dieses Teams. Ein Ziel ist auch die konzeptionelle Vernetzung der innerschulischen Präventions- und Reaktionskette.

Weitere Informationen finden Sie unter Schulisches Team für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention

Projektarbeit

Schulsozialarbeit unterstützt unterrichtsbegleitende Projekte, führt eigene Projekte durch und regt auch im Rahmen von Schulentwicklung Themen und deren Durchführung mit Projektcharakter an. Die Schwerpunkte variieren stark je nach Schulform, pädagogischen Schwerpunkten der Schule und auch Bedarfen bei den Kindern und Jugendlichen. Viele Themen wie z.B. Suchtprävention, Sexualpädagogik, Demokratiebildung, Berufsorientierung oder Gesundheitsförderung ergänzen den ganzheitlichen Bildungsauftrag von Schule und machen somit auch die multiprofessionelle Zusammenarbeit im System notwendig.

Um diese vielfältigen Themen und Bedarfe abdecken zu können, arbeitet die Schulsozialarbeit kooperativ mit externen Netzwerkpartnerinnen und -partnern zusammen.

Arbeit im Ganztag

Offene Angebote in den Mittagspausen oder Arbeitsgemeinschaften ergänzen den Schulalltag. Schulsozialarbeit ergänzt den schulischen Bildungsauftrag durch Angebote des informellen Lernens. So stärkt Schulsozialarbeit die Angebotsvielfalt und Vernetzung mit dem Unterricht durch ihr professionelles Wissen über die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen und durch die Gestaltung von offenen Räumen.

Schulsozialarbeit kann mit bildungsrelevanten Institutionen aus dem Sozialraum vernetzen und so die Angebotspalette einer Schule erweitern und koordinieren.

Vertiefte Informationen zum Themenbereich „Ganztag in der Schule“ bietet die Website der QUA-LiS NRW.

Kooperation mit bildungsrelevanten Partnerinnen und Partnern

Im Umfeld der Schule gibt es eine Vielzahl an bildungsrelevanten Institutionen, die den Bildungs- und Entwicklungsprozess der Kinder und Jugendlichen maßgeblich mit fördern. Sportvereine, Einrichtungen aus Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, aus der freien und öffentlichen Kinder- und Jugendarbeit, Beratungsstellen, Jugend- und Familienzentren, Musikschulen, Kirchen- und Glaubensgemeinden und andere Schulen sind hier beispielhaft aufgeführt.

Die Schulsozialarbeit ist aktiv vernetzt mit Orten des Sozialraums der Schülerinnen und Schüler, mit Arbeitskreisen und Qualitätszirkeln im regionalen Raum und nimmt an Fachtreffen der Sozialen Arbeit teil.

Zur Unterstützung und Förderung der Kinder und Jugendlichen sind ebenso die Kontakte zur Jugendhilfe, zu Psychologie, Medizin und den örtlichen Ämtern bedeutsam.

weitere Informationen

  • LWL-Landesjugendamt (2015): Positionspapier Schulsozialarbeit (Externer Link auf PDF). Schulsozialarbeit: Eigenständiges Handlungsfeld an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Schule. Ziele, Rahmenbedingungen und aktuelle Herausforderungen; Münster: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).