VERA im Überblick
Wissenswertes in Kürze
VERA ist ein standardisierter Diagnosetest. Die Ergebnisse ermöglichen einen Vergleich der erreichten Schülerleistungen mit einem nationalen Maßstab – den Bildungsstandards. In Verbindung mit bereits vorliegenden Erkenntnissen aus dem vorangegangenen Unterricht können die Fachkollegien damit gezielte Maßnahmen für die schulinterne Unterrichtsentwicklung ableiten.
VERA…
- … ist ein Diagnoseinstrument, welches den Lernstand der Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt misst:
- Klasse 3/VERA-3: in Mathematik und Deutsch
- Klasse 8/VERA-8: in Mathematik, Deutsch, Englisch und ggf. Französisch.
- … Aufgaben werden einheitlich für alle Bundesländer von Lehrkräften unter der wissenschaftlichen Leitung des IQB in Berlin entwickelt.
- … basiert auf bundesweit gültigen Bildungsstandards für den Kompetenzerwerb für Deutsch, Mathematik, Englisch und ggf. Französisch. Die Bildungsstandards beschreiben die Kompetenzen die bis zum Ende der jeweiligen Stufe erreicht werden sollen: für die Primarstufe bis zum Ende der Klasse 4, für der Sekundarstufe I bis zum angestrebten Abschluss (EESA/MSA) zum Ende der Klasse 10.
- … enthält auch anspruchsvolle Aufgaben, die über das Niveau der 3. bzw. 8. Klasse hinausgehen und i. d. R. nur von wenigen Kindern gelöst werden. Es ist üblich, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler nicht alle Aufgaben lösen.
- … Ergebnisse werden in Form von Lösungsquoten auf Aufgabenebene und anhand von fünf Kompetenzstufen (KS) dargestellt. Diese Ergebnisse können nicht in Noten übersetzt werden.
- … zählt nicht als Klassenarbeit und wird nicht benotet.
- … dient der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Erziehungsberechtigte werden im Sinne der Transparenz von der Schule bzw. den Lehrkräften über die Ergebnisse ihres Kindes informiert.
Ziel von VERA
Die VERA-Ergebnisse sind eine Momentaufnahme schulischer Leistung und dienen der internen Unterrichts- und Schulentwicklung. Ziel von VERA ist es, die Stärken und Schwächen der gesamten Lerngruppe zu diagnostizieren und damit Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung des (Fach-)Unterrichts zu geben.
Die Interpretation der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Schule oder einzelner Klassen und Lerngruppen sind in den jeweiligen schulischen Kontext eingebettet. Daher müssen sie immer von den Fachlehrkräften entsprechend gesamtpädagogisch und fachlich interpretiert werden.
Die Ergebnisse werden durch die beteiligten Fach- und Klassenlehrkräfte individuell gesichtet und gemeinsam beraten. Daraus werden passende Maßnahmen insbesondere für die Unterrichtsentwicklung abgeleitet. Bestimmte Maßnahmen werden auch in der Fachkonferenz abgestimmt und vereinbart.
Vorgaben und weitere Informationen
Die rechtliche Grundlage und Rahmung für VERA in NRW ist der RdErl. d. Ministeriums für Schule und Bildung „Zentrale Vergleichsarbeiten (Lernstandserhebungen)“ v. 12.07.2021 (ABl. NRW. 07/21).
Nähere Informationen zu schulischer Qualitätssicherung durch VERA (Vergleichsarbeiten) finden Sie auf den Seiten der Kultusministerkonferenz.
- Grundsätzlich nehmen alle Schülerinnen und Schüler der 3.und 8. Klasse an VERA teil.
- Schülerinnen und Schüler, die sich in der Deutschförderung befinden (gem. Runderlass „Integration und Deutschförderung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler“, BASS 13-63 Nr. 3) nehmen nicht an VERA teil. Daher entfällt das Merkmal „S“.
- Über die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt entscheidet die Schule. Bitte kennzeichnen Sie bei der Dateneingabe diese Schülerinnen und Schüler den Vorgaben im Portal entsprechend mit dem hierfür vorgesehenen Merkmal („F“). Die so gekennzeichneten Schülerinnen und Schüler erhalten eine Individualrückmeldung ihrer Testleistungen. Sie fließen nicht in die Darstellung von Klassenergebnissen ein.
- Über die Gewährung möglicher Nachteilsausgleiche bei Teilleistungsstörungen entscheidet die Schule im Rahmen des pädagogischen Ermessens für den jeweiligen Einzelfall. Es ist empfehlenswert, bei Teilleistungsstörungen (LRS, Dyskalkulie) möglichst die regulären Testbedingungen einzuhalten, um ein zuverlässiges und verwertbares Ergebnis zu erhalten. Bereits bestehende Nachteilsausgleiche können auch bei VERA angewendet werden. Dabei sollte jedoch sorgfältig abgewogen werden, inwieweit die Anwendung des Nachteilsausgleichs die Aussagekraft der Testergebnisse beeinflusst.
- Neben dem Merkmal „F“, können die Merkmale „Deutsch nicht dominant“ (ND) und „Klassenwiederholer“ (KW) sowie in VERA-3 zusätzlich „Teilleistungsstörung in Mathematik“ (TM) und „Deutsch“ (TD) erfasst werden. Sie ermöglicht den Lehrkräften, einen Überblick über die individuellen Merkmale der Schülerinnen und Schüler zu erhalten. Die Eingabe dieser Daten erfolgt freiwillig.
Die Standorttypen werden für den „fairen Vergleich“ der VERA-Ergebnisrückmeldung verwendet. Die insgesamt fünf Standorttypen werden auf Basis des neunstufigen Schulsozialindex mit Daten aus der amtlichen Schulstatistik ermittelt. Dabei werden Schulen mit ähnlicher Ausprägung des Schulsozialindex zu einem gemeinsamen Standorttyp zusammengefasst. Dies dient vor allem der Übersichtlichkeit und Aussagekraft der Vergleichswerte.
Es liegen derzeit keine Indikatoren für Förder- und Ersatzschulen vor.
Allen Schulen, denen derzeit kein Standorttyp zugeordnet ist, wird im VERA-Portal eine Übersicht der Kompetenzstufenverteilungen aller Schulen angezeigt (siehe „fairer Vergleich“).
Weitere Informationen zum Schulsozialindex stellt das Ministerium für Schule und Bildung bereit.
Unterstützung...
...für die aktuelle VERA-Durchführung
Hier finden Sie Informationen und Unterstützungsmaterialien zur erfolgreichen Durchführung von VERA-3 und VERA-8, z. B. Terminpläne, fachspezifische Materialien etc.
...für die Unterrichtsentwicklung
Hier finden Sie Hilfestellungen, Beispiele und Unterstützung für die Entwicklung Ihres Fachunterrichts mithilfe von VERA.