Der Einsatz digitaler Erinnerungsangebote im Kontext der historisch-politischen Bildung birgt großes Potenzial und kann einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Zivilcourage sowie der Entwicklung einer demokratischen Grundhaltung leisten. Durch das Internet und digitale Ressourcen stehen den Schülerinnen und Schülern historische Dokumente, Archive, Museen und andere Informationsquellen zur Verfügung, die zu eigenständigen Recherchen motivieren und zur Förderung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins beitragen.
Digitale Erinnerungsangebote eröffnen zudem die Möglichkeit eines multimedialen Ansatzes. Durch den Einsatz von Texten, Bildern, Videos und Audioaufnahmen können sich Schülerinnen und Schüler eigenständig mit historischen Themen und Inhalten auseinandersetzen. Dies kann das Interesse der Schülerinnen und Schüler wecken und verschiedene Lernstile ansprechen.
Außerdem ermöglichen digitale Medien individualisiertes Lernen. Lehrkräfte können den Unterricht auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler abstimmen. Differenzierte Materialien und die Möglichkeit, den Lernfortschritt individuell zu verfolgen und zu unterstützen, tragen zu einem effektiven Lernprozess bei.
Auch wenn digitale Erinnerungsangebote den Besuch einer Mahn- oder Gedenkstätte nicht ersetzen können, so bieten sie dennoch eine leicht zugängliche Möglichkeit, Informationen und Ereignisse aus vergangenen Zeiten für gegenwärtige und zukünftige Generationen zugänglich machen. So versetzen virtuelle Exkursionen Schülerinnen und Schüler in die Lage, historische Stätten und Orte zu besuchen, ohne physisch dorthin reisen zu müssen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, historische Ereignisse besser zu verstehen und zu „erleben“. Digitale Angebote können darüber hinaus dem Austausch und der Vernetzung dienen, indem beispielsweise Mahn- oder Gedenkstättenbesuche durch die Schülerinnen und Schüler angemessen vor- und nachbereitet werden können.