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Methodische Zugänge

Methodische Zugänge dienen

  • der „Initiierung, Strukturierung und Förderung von Lernprozessen
  • der Strukturierung von Lerninhalten und -gegenständen für Zwecke des Unterrichts
  • der Initiierung und Strukturierung von Interaktionen
  • der Initiierung und Strukturierung von Unterrichts- oder Lehr-/Lern- Diskursen (classroom discourse)“ (Hallet/ Königs/ Martinez, 2020, S. 17)

Sie „repräsentieren […] die operationale Ebene des Fremdsprachenunterrichts […], sind stets didaktisch und lerntheoretisch zu begründen“ (Riemer, 2020, S. 29) und mit den Lernvoraussetzungen und der Passung für die Lerngruppe abzustimmen. (vgl. ebd.)

Mit Blick auf die besondere Heterogenität der Lernenden in der Primarstufe, dem Ziel der kommunikativen und interkulturellen Handlungsfähigkeit sowie der Realisierung der funktionalen Einsprachigkeit durch die Lehrenden ist der zielführende Einsatz von Methoden von besonderer Bedeutung.

Literatur

  • Hallet, W. / Königs, F. / Martinez, H. (2020): Der Methodenbegriff im Wandel: Die Historizität des Methodenbegriffs. In Hallet, W. / Königs, F. / Martinez, H. (2020): Handbuch Methoden im Fremdsprachenunterricht. (S. 13–14) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.
  • Riemer, C. (2020): Methodenwechsel und Methodenvielfalt. In Hallet, W. / Königs, F. / Martinez, H. (2020): Handbuch Methoden im Fremdsprachenunterricht. (S. 29–33) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.

Sozial- und Interaktionsformen

dienen u.a.

  • der Unterrichtsorganisation
  • dem sozialen Lernen
  • der Kommunikation
  • der Differenzierung
  • der gemeinsamen Planung von Lernprozessen und Lernprodukten (in PA und GA)

Einzelarbeit

dient u.a.

  • der Individualisierung mit Blick auf Arbeitstempo, Inhalt und/oder Schwierigkeit
  • dem individuellen Üben

Exemplarische Übungs- und Aufgabenformate für die Einzelarbeit

  • Listen/ read and - Übungen
  • Individuelle Übungen, z.B. an digitalen Geräten
  • Erstellung eigener Lernprodukte
  • vorbereitende Aufgaben für eine Partnerarbeit (z.B. guessing game)
  • individuelle Reflexion von Lernprozessen

Partnerarbeit

dient u.a.

  • der aktiven Sprechzeit des Einzelnen
  • den sozialen Kompetenzen, z.B. durch gegenseitiges Unterstützen
  • „der Automatisierung von Sprachhandlung,
  • zum Trainieren dialogischer Kommunikation,
  • zur Vertiefung des behandelten Lernstoffs,
  • zur gemeinsamen Erarbeitung von Lerninhalten bis hin zur
  • Evaluation von Lernprozessen und Lernerfolg.“ (Koenig 2020, S. 104)
  • der Möglichkeit, sich im geschützten Raum sprachlich auszuprobieren

Durchführung

  • mit dem Sitznachbarn
  • mit einem leistungshetero- oder homogenen Partnerkind
  • mit wechselnden Partnerinnen und Partnern (ggf. unterstützt durch z.B: meeting- und chatpoints, double circle, Verabredungskalender)

Exemplarische Übungs- und Aufgabenformate für die Partnerarbeit

  • Spiele
  • Interview
  • Information Gap Activities
  • talk time
  • role plays (z.B. Verkaufsdialoge)
  • partner dictation
  • Guessing games
  • Präsentationen

Gruppenarbeit

dient u.a.

  • der aktiven Sprechzeit der Lernenden
  • dem Austausch mit mehreren Mitschülerinnen und Mitschülern
  • der Förderung der sozialen Kompetenzen

Durchführung

  • mit der Tischgruppe
  • mit leistungshetero- oder homogenen Gruppen
  • mit Interessensgruppen
  • mit Zufallsgruppen

Exemplarische Übungs- und Aufgabenformate für die Gruppenarbeit

  • Think-Pair- Share
  • Gruppenpuzzle
  • placemat
  • Spiele (siehe auch spielerische Methoden)
  • szenisches Spielen (siehe auch simulative Methoden)
  • Präsentationen

Kooperatives Lernen

Da das Kooperative Lernen über die Sozial- und Interaktionsformen hinaus und in vielfacher Hinsicht Potenziale und Möglichkeiten für das frühe Fremdsprachenlernen bietet, werden weiterführende Informationen zum kooperativen Lernen angeboten:

Simulative Methoden

dienen u.a.

  • der Förderung der funktionalen, kommunikativen Kompetenzen
  • dem sozialen Lernen

Durchführung

  • in Partner- oder Gruppenarbeit

Beispiele für simulative Methoden

  • Rollenspiele

    Nachspielen von Situationen des alltäglichen Lebens, z. B. Einkaufsdialoge mit verteilten Rollen. Die Kinder erhalten in der Regel zunächst ein sprachliches Gerüst, von welchem sie sich zunehmend lösen.

    Beispiele für die Umsetzung von Rollenspielen sind in den Unterrichtsvideos zu Canada und Scotland abrufbar.

  • Darstellendes Spielen

    z.B. Stabfigurentheater, Filmaufnahmen (z.B. auch mit dem Green Screen), Hörspielaufnahmen

  • Storyline Methode

    Eine storyline ist eine von den Lernenden entwickelte und entworfene Geschichte (story), die von der Lehrkraft begleitet wird, indem sie den roten Faden (line) vorgibt. Ein Beispiel für die Umsetzung ist in den Unterrichtsvideos verfügbar. 

Spielerische Methoden

dienen je nach Spiel

  • dem Hör(seh)verstehen (z.B. Point to!, Show me!, Bingo, Repeat if it’s true, snap…)
  • dem mündlichen Sprachhandel (z.B. Board games, What’s on my back?,… )
  • dem Leseverstehen (z.B. Pairs/ Domino mit Wort- und Bildkarten)
  • dem Schreiben (z.B. crosswords)

Fördert

  • die Motivation
  • das soziale Lernen
  • zurückhaltende Kinder, Hemmungen abzulegen

Durchführung

  • in Partner- oder Gruppenarbeit
  • Einzelarbeit (z.B. bei online Spielen)

Einsatz

  • als Bewegungspause
  • als Einstiegsritual
  • zur Wiederholung und Festigung von Redemitteln
  • als pre-task
  • zur Rhythmisierung
  • am Ende der Stunde, um die Inhalte der Übungseinheit spielerisch abzuschließen.

Beispiele für den Einsatz von Spielen sind in den Unterrichtsvideos einsehbar.

Lernen in digitalen Umgebungen

fördert u.a.

  • die Medienkompetenz
  • die Individualisierung von Lernprozessen

    u.a. durch scaffolds mithilfe digitaler tools, z.B.

    • Nachschlagen von individuellem Wortschatz
    • Möglichkeit des wiederholten Anhörens
    • Texte und Wörter vorsprechen/-lesen lassen
    • Bedienhilfen am Tablet (u.a. Sprechtempo, Lupe, Lautstärke, Highlight-Funktion, Nachschlageoption, Kopplung mit Hörgeräten)
    • Aufnehmen von Ton- oder Filmaufnahmen, diese reflektieren und ggf. überarbeiten
  • die Selbstständigkeit der Lernenden

    u.a. durch Kontaktaufnahme und regelmäßige Kontaktpflege mit native speakers im Rahmen von E-Mail Projekten mit anderen Schulen, z.B. in eTwinning-Projekten

  • den Erwerb interkultureller kommunikativer Kompetenzen

    u.a. durch Recherche zu interkulturellen Schwerpunkten

Unter „Digitales“ werden exemplarische Möglichkeiten vorgestellt, wie sowohl Medien- als auch fachliche Kompetenzen im Kontext von digitalen Übungsformaten, Green Screen Filmaufnahmen, kollaborativem Arbeiten, multimedialen Büchern und dem Einsatz von QR-Codes gefördert und erweitert werden können.

Methoden der Arbeit mit literarischen Texten und Filmen

Arbeit mit Storybooks/ Storytelling

dient u.a. der Förderung

  • des Hör(seh)verstehens
  • der literarischen Kompetenzen
  • der interkulturellen Kompetenzen
  • der sozialen Kompetenzen
  • der Sprachlernstrategien/ Lesestrategien
  • des fächerverbindene Unterrichtens
  • der Kompetenzen, die im Fokus der post- telling activity stehen

Arbeit mit authentischen chants, rhymes und songs

dient u.a. der Förderung

  • der Aussprache und Intonation
  • der Einprägung
  • der interkulturellen Kompetenzen
  • des generativen Schreibens

Durchführung u.a.

  • mit verknüpften Bewegungen
  • als Sprechgesang
  • zum Ankommen in der Stunde
  • als Bewegungspause
  • zur Wiederholung von Wortschatz und Redemittel
  • zum Abschluss einer Stunde

Arbeit mit Story Apps

In Story Apps, in denen Bilderbücher digital umgesetzt werden, tragen neben dem Zusammenspiel von Bild und Text auch Animationen der Bilder und Hintergrundgeräusche zu einem multimedialen Leseerlebnis bei. (vgl. Kolb 2018)

dient u.a. der Förderung

  • der Lesemotivation
  • des Hör-/Hörsehverstehens (bei eingeschalteter Vorleseoption)
  • der literarischen Kompetenzen
  • der interkulturellen Kompetenzen
  • der medialen Kompetenzen

Literatur

  • Kolb, A. (2018). Mit Bilderbuch- Apps das eigenständige Lesen fördern. Grundschule Englisch, 64, S. 24-37.

Offene Erarbeitungs- und Lernmethoden

dienen u.a.

  • der Selbstständigkeit der Lernenden
  • der Individualisierung von Lernprozessen
  • der Beobachtungszeit

Durchführung

  • in Partnerarbeit
  • in Gruppenarbeit
  • in Einzelarbeit

Beispiele für offene Erarbeitungs- und Lernmethoden

  • Materialgebundene Freiarbeit

    Zeit, in der sich die Lernenden anhand von zur Verfügung stehenden Materialien (z.B. Spielvorlagen, Spielkarten, Bilderbücher, (Lern)Videos, digitale Übungsformate, (Hör)Texte) selbsttätig mit Inhalten des Fachs auseinandersetzen.

  • Lernen an Stationen

    „[…] Unterrichtsarrangement, bei dem ein Thema in Teilgebiete aufgeteilt wird, die die Schüler/-innen einer Klasse anhand von […] Materialien an verschiedenen Stationen […] bearbeiten.“ (Bechtel, M. 2020, S. 311)

  • Entdeckendes Lernen

    Auf Neugier und Eigenaktivität der Lernenden basierendes methodisches Vorgehen (vgl. Mehlhorn, G. 2020), z.B. zum selbstständigen Entdecken sprachlicher Regeln.

Literatur

  • Bechtel, M. (2020). Lernen an Stationen. In Hallet, W. / Königs, F. / Martinez, H. (2020), Handbuch Methoden im Fremdsprachenunterricht. (S. 311– 313) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.
  • Mehlhorn, G. (2020). Entdeckendes Lernen als methodisches Prinzip. In Hallet, W. / Königs, F. / Martinez, H. (2020), Handbuch Methoden im Fremdsprachenunterricht. (S. 323– 327) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.

Methoden der Ergebnispräsentation

dienen u.a.

  • der Präsentation von Geleistetem
  • der Wertschätzung
  • der Reflexion

Durchführung u.a.

  • im Plenum
  • als Museumsgang
  • einer bleibt, die anderen gehen (bei Gruppenarbeiten)
  • in Partnerarbeit

Beispiele für Ergebnispräsentationen

  • Präsentationen von analogen und digitalen Lernprodukten, z.B. Aufführung von Rollenspielen, E-Books, Lernplakate, Filmen, Hörtexten
  • Vortrag z.B. von Texten oder chants

TBLT / TSLT

Task-based language teaching / Task-supported language teaching

“Language learning is language use” (Ellis, R. 1985)

Lernprozesse haben sich als besonders nachhaltig erwiesen, wenn „die Lernenden aktiv in den Lernprozess involviert sind“ (Elsner 2019, S. 18). Um diese Nachhaltigkeit zu fördern, bietet sich der Ansatz des Task-based language teaching (TBLT), des aufgabenorientierten Unterrichtens, besonders an. Ziel ist es, „Aufgaben (tasks) zu schaffen, die den Kindern ein aktives Handeln und vor allem kommunikative Interaktion mit anderen in der Fremdsprache abverlangen.“ (ebd.). Dabei sind tasks definiert als „activities where the target language is used by the learner for a communicative purpose (goal) in order to achieve an outcome.” (Willis 1996, S. 24)

Es gilt zunächst zwischen zwei Zugängen der Aufgabenorientierung zu unterscheiden (vgl. Müller-Hartmann & Schocker von Dittfurth 2011, S. 23-24):

Die zwei Zugänge der Aufgabenorientierung task-based und task-supported sind grafisch dargestellt.

Nach Ellis besitzt eine task folgende Eigenschaften, die nachfolgend einigen Themen des Englischunterrichts in der Primarstufe sowie des Lehrplans zugeordnet sind:

Die Eigenschaften einer task sind aufgelistet und werden den Themen des Englischunterrichts und des Lehrplans zugeordnet.

Kolb und Schocker (2021, S. 47-51) zufolge sind tasks folgende Merkmale zugeschrieben, die erneut eine Zuordnung (s.o.) erfahren:

Die Merkmale einer task sind aufgelistet und werden den Themen des Englischunterrichts und des Lehrplans zugeordnet.

In diesen Aufzählungen spiegeln sich zahlreiche Merkmale eines geöffneten, differenzierten Englischunterrichts wider, dem Individualisierung als Unterrichtsprinzip zugrunde liegt. Daneben sind ein hohes Maß an Kompetenz-, Handlungs-, Lerner- und Produktionsorientierung deutlich erkennbar. Prinzipien, welche es in allen Fächern der Primarstufe, umzusetzen gilt.

„Das aufgabenorientierte Lernen (…) stellt einen umfassenden, lerntheoretisch begründeten Rahmen für das Fremdsprachenlernen bereit und determiniert zugleich die gesamte Organisation und den Ablauf des Unterrichts“ (Hallet, König & Martinez 2020, S. 16)

Angelehnt an den Dreischritt von Brewster und Ellis, 2002, unterteilen Schocker und Kolb diesen Ablauf (task plan) in vier „task steps“:

Die vier task steps sind aufgelistet: Klärung des Ziels, Aktivierung des Lernenden, Vorbereitung und Präsentation, Reflexion

(vgl. Kolb & Schocker 2021, S. 57-58)

“A task is a workplan” verdeutlicht, dass es sich bei einer task nicht nur um die eine zu lösende Aufgabe, sondern vielmehr um Lernaktivitäten handelt, die zur Bewältigung einer target task dienen. Als target task werden (sprachliche) Lernprodukte bezeichnet, die am Ende eines Unterrichtsvorhabens stehen. (vgl. Kolb & Schocker 2021, S. 232)

In dem Prozess nehmen neben dieser Zielaufgabe, die es vorab zu definieren gilt, exercises (Übungen) einen erheblichen Stellenwert ein. Dabei geht es um das Üben und Festigen neuer und bekannter sprachlicher Strukturen, die für die Bearbeitung der target task notwendig sind. Es handelt sich hier zumeist um geschlossene Formate, deren Ziel es ist, sprachlich korrekte Formen zu produzieren und zu üben. Im Fokus stehen Teilkompetenzen, die es zu üben gilt.

(Target) Tasks hingegen sind offene Aufgaben, wie beispielweise das Erstellen „analoger sowie digitaler Hör- und Schreibtexte“ (vgl. MSB NRW 2021, S.48) oder die Simulation von Dialogen oder Rollenspielen, in denen die Schülerinnen und Schüler „mithilfe von Wort- und Satzbausteinen sowie eigenen Konstruktionen (in) einfachen Handlungssituationen“ sprachlich agieren. (vgl. ebd.)

Anregungen für grundschulgemäße tasks liefern darüber hinaus z.B. Brewster und Ellis:

„Tasks can be done individually, in pairs or in groups. Examples include the following:

  • drawing/writing/performing a new version of a story which has been used in class
  • writing and performing a simple play
  • making and playing a board game
  • planning and creating objects such as models, masks, etc.
  • devising a survey, carrying it out and presenting the results in some form (spoken or written)
  • creative speaking or writing such as posters, stories, radio programmes, class magazines, poetry letters or recordings to imaginary characters in a story
  • investigating a topic such as Bears and presenting the information” (Brewster & Ellis 2002, S. 50)
  • digitale Lernprodukte
  • Kontaktaufnahme zu native speakers
  • Simulation von Sprachhandlungssituationen, wie sie z.B. mit der Storyline- Methode ermöglicht werden

Die Beispiele guter Lernaufgaben greifen weitere konkrete Ideen für einen aufgabenorientierten Unterricht im Englischunterricht der Primarstufe auf.

Literatur

  • Brewster, J. & Ellis, G. (2002). The primary English teacher’s guide. Harlow: Penguin English.
  • Ellis, R. (1985). Understanding second language acquisition. Oxford: Oxford University Press.
  • Ellis, R. (2003). Task based Language Learning and Teaching. Oxford: Oxford University Press.
  • Elsner, D. (2019). Kompetenzorientiert unterrichten in der Grundschule. Englisch 1-4. München: Oldenbourg.
  • Hallet, W./Königs, F. / Martinez, H. (2019). Der Methodenbegriff im Wandel: Die Historizität des Methodenbegriffs in W. Hallet, F. Königs & H. Martinez (Hrgs.): Handbuch Fremdsprachendidaktik. (S. 14- 19) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.
  • Kolb, A. & Schocker, M. (2021). Teaching Englisch in the Primary School. Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.
  • Müller- Hartmann, A. & Schocker, M. (2011). Teaching Englisch: Task- supported Language Learning. Paderborn: Schöningh.
  • Müller- Hartmann, A. & Schocker, M. (2019). Task- Based Language Teaching und Task-Supported Language Teaching. In W. Hallet & F. Königs (2019): Handbuch Fremdsprachendidaktik. (S. 203-207 ) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett.
  • Müller- Hartmann, A & Schocker, M. (2020). Aufgabenorientiere Formate im Fremdsprachenunterricht. In Hallet, W. / Königs, F. / Martinez, H. (2020): Handbuch Methoden im Fremdsprachenunterricht. (S. 52-54) Hannover: Kallmeyer in Verbindung mit Klett
  • Willis, J. (1996). A Framework for Task-Based Learning. Longman Handbooks for Language Teachers. Harlow: Longman
  • MSB NRW - Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (2021b). Lehrplan für die Primarstufe in Nordrhein-Westfalen. Fach Englisch. (PDF, 508KB)

Methodenpool

Im Folgenden werden einige Methoden und methodische Zugänge, die für die Gestaltung des frühen Fremdsprachenunterrichts von Bedeutung sind, beispielhaft dargestellt.

Der Einsatz von chat points und meeting points ermöglicht allen Schülerinnen und Schülern

  • sprachlich zu handeln
  • mit unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern zu arbeiten

Um einen Partner oder eine Partnerin zu finden, begeben sich die Kinder zu einem meeting point. Zum Bearbeiten der (Sprech-)Aufgabe begibt sich das gefundene Paar nun zu einem chat point. Wenn Aufgabe bearbeitet wurde, suchen sich die Lernenden für die erneute Bearbeitung der (Sprech-)Aufgabe an einem meeting point eine neue Partnerin bzw. einen neuen Partner. So können die Kinder ihrem Lerntempo entsprechend arbeiten und die Lernzeit erhöht sich.

Im Unterricht kann der Einsatz von chat points und meeting points zum Beispiel für den small talk oder zur Bearbeitung einer (Sprech-)Aufgabe genutzt werden, z.B. die Anwendung einer Frage-Antwort-Struktur, das Einüben eines kurzen Dialoges o.ä. Ebenfalls bieten sich chat points und meeting points als „Kontrollstationen“ an. In dieser Funktion fördern sie die Selbstständigkeit und –organisation der Schülerinnen und Schüler und tragen zur ritualisierten Unterrichtsorganisation bei.

Kugellager / inside outside circle

Der Double Circle ist dargestellt durch einen inneren und einen äußeren Kreis.

Der double circle ist eine Kommunikationsmethode aus dem Kooperativen Lernen, die z.B. zur Aktivierung des Vorwissens, zum (Informations)Austausch und zur Festigung des Wortschatzes eingesetzt wird 

Der Einsatz des double circle ermöglicht es allen Schülerinnen und Schülern

  • gleichzeitig sprachlich zu handeln
  • mit unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern zu arbeiten

Die Lernenden stehen sich in einem Außen- und Innenkreis gegenüber und führen einer bestimmten Aufgabenstellung entsprechend ein kurzes Gespräch miteinander (z.B. How are you today? I’m fine, because ..., swapping cards). Dann gehen sie im Innenkreis jeweils einen Platz weiter, wodurch sie immer wieder mit neuen Gesprächspartner kommunizieren.

Einsatzmöglichkeiten:

Literatur

  • Green, N./Green, K. (2012). Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium. Seelze: Kallmeyer.

Das Gruppenpuzzle ist eine Methode aus dem Kooperativen Lernen, die vor allem die positive Abhängigkeit fördert und der Aneignung sowie dem Austausch von Wissen dient.

Der Einsatz des Gruppenpuzzles ermöglicht es allen Schülerinnen und Schülern,

  • mit unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern zu arbeiten.
  • kooperativ zu arbeiten.

Alle Gruppen bekommen ein gemeinsames Thema (z.B. my healthy body), welches in Teilthemen (z.B. healthy breakfast, healthy dinner, healty drinks, sports) unterteilt ist.

Die Teilthemen werden innerhalb einer „Stammgruppe“ verteilt.

1. Aneignung des Wissens in Stammgruppen:

Darstellung von vier Stammgruppen bei einem GruppenpuzzleJeder Lernende beschäftigt sich in Einzelarbeit mit seinem Teilthema und hält die Erkenntnisse als Notiz fest.

2. Arbeit mit Expertengruppen:

Darstellung von vier Expertengruppe bei einem GruppenpuzzleAlle Lernenden mit demselben Thema kommen nun aus ihren „Stammgruppen“ in „Expertengruppen“ zusammen, vertiefen dort Ihr Wissen, diskutieren Erkenntnisse und tauschen sich dazu aus. Die Erkenntnisse dieser Phase sollten so festgehalten werden, dass sie wieder in die Stammgruppe getragen werden können.

3. Austausch der Informationen in der Stammgruppe:

Darstellung von vier Stammgruppen bei einem GruppenpuzzleDie „Experten“ gehen wieder zurück in ihre „Stammgruppe“. Dort werden nacheinander die Ergebnisse und Informationen zu allen Teilthemen ausgetauscht.

4. Überprüfung und Reflexion:

Um den Gehalt dieses Austausches zu überprüfen, kann die Lehrkraft mit Hilfe eines (digitalen) Quiz o.ä. den Lernstand jedes einzelnen Lerners mit Blick auf das ganze Thema überprüfen.

Eine Reflexion sowohl über den Inhalt als auch über die Präsentationen folgt.

Literatur

  • Aßmann, K. (2012): Methodenprofi. Oberursel: Finken Verlag.

Bei einer Information Gap Activity gibt es eine Informationslücke. Das bedeutet, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Informationen haben. Die fehlenden Informationen müssen durch das Nutzen der Fremdsprache herausgefunden werden. So handelt es sich bei Information Gap Activities um Übungsformen zum dialogischen Sprechen und Hör-/Hörsehverstehen. Sie schaffen „einen konstruierten Kommunikationsanlass und ermöglicht intelligentes und effektives Üben.“ (Glombik 2014, S. 23) Die Übung kann je nach Ausgestaltung recht geschlossen, aber auch sehr offen angelegt sein. Sie eignet sich besonders für das Üben und Anwenden von neuem Wortschatz, von Frage- und Antwortstrukturen und zur Wiederholung von kombinierten Elementen (z.B. Wochentage - Wetter, Farben - Kleidung). Dadurch ist ein kreatives, sprachliches Handeln möglich. Je nach Aufbau kann dieses Format sowohl eine exercise als auch eine mini-task sein. Information Gap Activities können beispielsweise als Tabelle, Steckbrief oder Bild in Partner- oder auch Gruppenarbeit bearbeitet werden.

Darstellung eines Search Pictures

Darstellung des Spiels Battleship

Table with columns age, hobbies, food

Literatur

  • Glombik, S. (2014). Mind the Gap! In: Grundschule Englisch 48, S. 22– 26.
  • Reckermann, J. (2016). Schiffe versenken mal anders -Is it snowy in the desert?. Grundschulmagazin Englisch 1/2016, S. 11– 13.

Interviews dienen dazu, das dialogische Sprechen zu fördern, indem die Kinder sich gegenseitig zu einem Thema befragen. Die hohe Aktivität der Lernenden bezüglich des Sprechens und Zuhörens ist ein großer Vorteil dieses methodischen Zugangs. Echte Fragestellungen, also Fragen, die die Kinder interessieren und auf die auch Antworten möglich sind, die eine Verknüpfung von bekanntem und neuem sowie individuellem Wortschatz und vertrauten Redemitteln ermöglichen, sollten im Zentrum der Interviewsituationen stehen.

Im Anschluss an die Interviews bietet sich ein gemeinsamer Austausch über die Erkenntnisse oder das Zusammentragen der Ergebnisse an. Um einen intensiven Austausch zu ermöglichen, ist es für die Schülerinnen und Schüler von Vorteil, sich während des Interviews Notizen zu machen.

Interviews können sowohl eine geschlossene, z.B. zum Festigen von Frage- und Antwortstrukturen, als auch eine offene Form haben.

Placemat ist eine Methode aus dem Kooperativen Lernen, bei dem unter Nutzung einer grafischen Struktur Arbeitsabläufe strukturiert sowie Arbeitsresultate verschiedener Personen zusammengeführt werden. So können zunächst individuelle, später dann Gruppenergebnisse festgehalten werden, z.B. bei der Erarbeitung von Wortfeldern, Planung von Präsentationen oder Dialogen, Interessensabfragen.

Die Grafik zeigt im Zentrum ein Feld für die Gruppenergebnisse und an den Außenbereichen je ein Feld pro Gruppenmitglied.

Ziel ist eine intensive, individuelle Auseinandersetzung mit einem Thema mit anschließender Diskussion in einer Kleingruppe, in der gemeinsame Schwerpunkte herausgefiltert werden.

Die Methode kann sowohl auf der Wortebene bleiben (What are your favourite English words about nature / school / colour / …?) als auch inhaltlich orientiert sein (How to save water?)

In Einzelarbeit findet zunächst ein individuelles Brainstorming/ eine Skizzierung/ ein Entwurf statt (z.B. How to save water?).

In der folgenden Gruppenarbeit tauschen sich die Lernenden zunächst über ihre Ergebnisse aus, indem sie sich gegenseitig ihre Ideen vorstellen. Anschließend einigt sich die Gruppe auf eine Anzahl von Wörtern/ Kriterien, die als Gruppenergebnis in der Mitte festgehalten werden.

Im Anschluss findet beispielsweise eine Präsentation im Plenum (z.B. Stafettenpräsentation) oder ein Museumsgang statt.

Präsentationen als (sprachliches) Lernprodukt am Ende einer Unterrichtsreihe oder als target task innerhalb eines task cycles bieten sich zu vielen Themen des Englischunterrichts an. Die Schülerinnen und Schüler können z. B. Informationen, Wortschatz und Bilder rund um ihr Lieblingstier, ihre Familie, ihr Hobby, ihren Lieblingsstar oder auch zu interkulturellen Schwerpunkten zusammentragen und anhand einer digitalen oder analogen Präsentation vorstellen. Der für die Präsentation benötigte Wortschatz sowie die zugehörigen Redemittel können gemeinsam mit den Lernenden erarbeitet oder durch die Lehrkraft zur Verfügung gestellt werden, zusätzlich sollte den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten geboten werden, sich einen individuellen Wortschatz zu erschließen.

Eine Kurzpräsentation beinhaltet eine längere Vorbereitungszeit, in der sich die Lernenden mit ihrem (individuell gewählten) Thema auseinandersetzen. Hierfür holen sie digital und/oder analog Informationen ein und bereiten sich schriftlich vor, indem sie Stichworte sammeln, überarbeiten und ihren Vortrag kriteriengeleitet üben. Unterstützungssysteme helfen den Kindern, sich möglichst selbstständig auf ihren Vortrag vorzubereiten.

Die Aufmerksamkeit der zuhörenden Kinder kann durch einen Hör- oder Beobachtungsauftrag gefördert werden. So schulen die Präsentationen nicht nur das zusammenhängende Sprechen der präsentierenden Kinder, sondern auch gezielt das Hör-/Hörsehverstehen der zuhörenden Schülerinnen und Schüler. Die Hör- und Beobachtungsaufträge können einerseits inhaltliche Fragestellungen sein sowie andererseits auch auf die Präsentation als solche abzielen und mit einem Feedback einhergehen (z. B. You spoke cearly and loudly ).

Das role play ist ein Nachspielen von Situationen des alltäglichen Lebens mit verteilten Rollen, z.B. Einkaufsdialoge. Die Schülerinnen und Schüler erhalten in der Regel ein sprachliches Gerüst ( Flow-Chart ), an dem sie sich orientieren können. Je nach Lernstand kann dieses immer rudimentärer werden. Die Lernenden sollen ermutigt werden, sich zunehmend von diesem Grundgerüst zu lösen und es nach eigenen Vorstellungen zu verändern und zu erweitern.

Ein sprachliches Gerüst für ein roleplay ist beispielhaft angegeben.

Ein sprachliches Gerüst für ein roleplay ist beispielhaft angegeben.

Die Storyline - Methode ist ein handlungsorientierter Unterrichtsansatz, in dem „Kinder (…) über mehrere Stunden innerhalb eines Settings Geschichten oder Szenen (planen), die sie nachstellen oder dialogisch darstellen“ (Doms 2017, S. 17), wodurch die sprachliche Handlungskompetenz der Lernenden gefördert wird.

Dabei gibt die Lehrkraft das Setting grob vor. Gezielte Impulse durch key questions wie z.B. „Where is it? Who is there? What happens?“ (ebd.) aktivieren das Vorwissen der Kinder und werfen Fragen auf, auf die sie eigene Antworten finden und somit maßgeblich zur Entstehung der story beitragen. Die Lernenden überlegen anhand der Schlüsselfragen gemeinsam, wie sich die story entfalten kann und welche Szenen oder Dialoge sie darstellen möchten. Hierfür benötigte, grundlegende sprachliche Strukturen werden gemeinsam erarbeitet und bereitgestellt. Die Lernenden können diese ihrem Lernstand und Interesse entsprechend abändern und erweitern. Damit dies möglich ist, werden durch die Lehrkraft entsprechende Scaffolds z.B. in Form von Dialoggerüsten, (online) Wörterbüchern oder Wortspeichern zur Verfügung gestellt.

Eine storyline bietet sich im Rahmen eines kompetenz-, aufgaben- und lernerorientierten Englischunterrichts an, weil sie

  • „einen zweckbestimmten und kommunikativen Kontext für das Sprachenlernen bereitstellt
  • an den Interessen der Lernenden anknüpft
  • auf den sprachlichen Kompetenzen der Lernenden aufbaut
  • Möglichkeiten für die Lernenden schafft, selbst die Initiative zu ergreifen
  • die Recherche- und Lernfähigkeit fördert
  • für viele Themen geeignet ist
  • sich für fächerübergreifendes Arbeiten anbietet
  • digitale Medien einbezieht.“

     

Einen Einblick in die praktische Umsetzung wird im Unterrichtsvideo „At the zoo“ angeboten.

Literatur

  • Doms, C. (2017). Let’s Visit the Zoo! In: Grundschule Englisch, 59, S. 17 – 21.
  • Ehlers, G. (2015). Storyline. Ganzheitliches Arbeiten im kommunikativen Englischunterricht. Braunschweig: Westermann.

Storytelling ist ein ausdrucksstarker, sinnvermittelnder Vortrag einer Geschichte. In erster Linie ist damit das freie Erzählen gemeint. In der Primarstufe ist unter dem Begriff des storytelling jedoch auch das Vorlesen bzw. das Erzählen von stories mit Hilfe von picture books oder storycards zu verstehen.

Englischsprachige, authentische Kinderbücher „helfen, eine positive Grundhaltung gegenüber der Fremdsprache zu entwickeln, Vorstellungskräfte der Kinder anzuregen, das Hören und Verstehen der englischen Sprache zu schulen sowie den Wortschatz aufzubauen“ (Böttger 2020, S. 121).

Darüber hinaus

  • „transportieren Geschichten und Bilderbücher ein Stück echte Kultur in das deutschsprachige Klassenzimmer.
  • (…) motivieren (sie) Kinder zum Zuhören und verlangen das Erschließen unbekannter Wörter aus dem Gesamtzusammenhang.
  • (…) regen (sie) die Phantasie und Vorstellungskraft der Kinder an.
  • bieten Geschichten einen idealen Kontext, um neues Vokabular oder ganze Satzstrukturen einzuführen oder zu wiederholen.
  • tragen (sie) dazu bei, dass Kinder Lernstrategien ausbilden können (Vermuten, Erschließen, Vorhersagen, etc.)
  • bieten (sie) einen guten Ausgangspunkt für fächerübergreifendes Lernen (…)“

    (Elsner 2010, S. 119)

Der Ablauf des storytelling kann in drei Phasen eingeteilt werden: (vgl. Böttger, Elsner, Bleyhl)

Die drei Phasen des Storytellings bestehen aus pre-strory activities, while-story activities und post-story activities .

Vor dem eigentlichen Vortrag müssen „die neuen Strukturen und Wörter (…), die nicht durch Bild-Wort-Rückbezug oder geschicktes Paraphrasieren aus dem Vortrag rezeptiv von selbst erschlossen werden können“ (Böttger 2020, S. 121) durch abwechslungsreiche Übungen aktiviert werden.

Das Erzählen selbst erfolgt in der Regel mindestens zweimal. „Beim ersten Hören und Verstehen der Geschichte geht es um das Globalverstehen des Inhalts mithilfe der angebotenen Unterstützungen.“ (ebd., S. 122). Verstehenshilfen wie Mimik, Gestik, Erzähltempo und Betonungen sowie theatralische Einlagen unterstützen und ergänzen den verbalen Vortrag, das Nachahmen typischer Laute von Tieren sowie eigene Stimmen für die unterschiedlichen Charaktere intensivieren die Erzählatmosphäre.

Der globale Inhalt der Geschichte sollte in einer anschließenden Phase wiederholt werden, in der sichergestellt wird, dass alle Kinder diesen Kontext erfasst haben (u.a. im Sinne der Sprachmittlung durch die Lernenden), damit sie in der post-story Phase arbeitsfähig sind. Das zweite Erzählen ermöglicht „intensivere Aktivitäten. Sprachliches Feedback auf individuell möglichem Niveau und die Einbeziehung vielfältiger nichtsprachlicher Handlungen (z. B. colour dictation, Zuordnung von Bildern, lautmalerische Unterstützung, pantomimische Nachahmung etc.)“ (ebd.) sowie Höraufträge, wie z. B. Try to remember a word, a sentence etc. tragen zum detaillierten Verstehen der Geschichte bei.

In der post-story Phase bieten sich verschiedene Vorgehensweisen an, die das Gehörte in Bezug auf die unterschiedlichen Schwerpunkte (Hör-/Hörsehverstehen, Sprechen, Leseverstehen, Schreiben) vertiefen und den Übergang von der überwiegend rezeptiven Haltung des Zuhörens in einen aktiv-produktiven Umgang mit dem Gehörten unterstützen. (vgl. ebd.) Diese Möglichkeiten variieren und sind auf die einzelnen Besonderheiten der gewählten Geschichte abzustimmen.

Möglichkeiten der Vertiefung zum Hör/Hörsehverstehen könnten sein:

  • Anfertigen einer red-line

    Eine exemplarische Umsetzung ist in der Lernaufgabe Froggy gets dressed dargestellt.

  • Ordnen und Sortieren von Bildern der Geschichte und Erstellung eines eigenen analogen oder digitalen Büchleins
  • information-gap activity

Möglichkeiten der Vertiefung zum Sprechen könnten sein:

  • Nachspielen der Geschichte mit anschließender Präsentation
  • Rollenspiele
  • Umsetzung in ein eigenes Hörspiel

Möglichkeiten der Vertiefung zum Schreiben könnten sein:

  • Schreiben mit vorgegebenen und evtl. selbst gewählten Strukturen eines eigenen kleinen Buches als kurze Nacherzählung
  • Schreiben mit vorgegebenen und evtl. selbst gewählten Strukturen eines Theaterstückes, Rollenspiels zur Geschichte

Literatur

  • Bleyhl, W. (Hrsg.) (2002). Fremdsprachen in der Grundschule. Geschichten erzählen im Anfangsunterricht – Storytelling. Hannover: Schroedel.
  • Böttger, H. (2020). Englisch lernen in der Grundschule. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
  • Elsner, D. (2010). Englisch in der Grundschule unterrichten. Grundlagen, Methoden, Praxisbeispiele. München: Oldenbourg.

Der Einsatz der „talk time“ (auch question time, walk and talk, small talk, o.ä.) ermöglicht allen Schülerinnen und Schülern

  • (sprachlich) zu handeln
  • das Arbeiten mit unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern
  • bereits vorhandene Strukturen zu wiederholen und mit neuem Wissen zu verknüpfen
  • einen authentischen Redeanlass

Sie ist ein ritualisierter, freier Redeanlass, in dem die Lernenden kommunikative Strukturen wiederholen, festigen und anwenden.

Mögliche kommunikative Strukturen:

  • What’s your name?
  • How are you?
  • What’s your favourite…?
  • Have you got a(n)…?
  • Do you like…?

Die talk time kann auch mit Hilfe von chat points und meeting points oder in einem double circle durchgeführt werden. Fingerpuppen, Gesprächsfächer oder -karten können medial unterstützen.

In den Unterrichtsvideos  sind verschiedene Möglichkeiten der Realisierung einer talk time aufgezeigt. 

Think-Pair-Share ist ein dreischrittiges Prinzip des Kooperativen Lernens:

Die drei Phasen von Think pair share sind dargestellt.

Think

Individuelle Arbeitsphase in der sich die Schülerinnen und Schüler z.B. Notizen zur Erarbeitung einer Frage, eines Themas, einer (Teil)Aufgabe machen.

Pair

In dieser Phase erfolgt der Austausch mit einem Partner, einer Partnerin oder einer Kleingruppe, ggf. Einigung auf ein Ergebnis, Diskussion, Vertiefung der Ergebnisse.

Share

In der Share-Phase werden die Ergebnisse mit einer größeren Gruppe oder der ganzen Lerngruppe geteilt.

Die Schülerinnen und Schüler können durch dieses dreischrittige Vorgehen „in einem geschützten Raum Wissen aktivieren, Ideen entwickeln und sprachlich realisieren, bevor sie diese von Notizen gestützt einem größeren Publikum vortragen.“ (Bonnet, A., 2009)

Im Englischunterricht bietet sich diese Methode nicht nur an, um das soziale Lernen zu fördern. In der Think-Phase ist „jeder Schüler […] gefordert, die Aufgabe zu durchdenken und gemäß seiner Fähigkeiten zu lösen“ (Lehrerinnenfortbildung Baden-Württemberg), somit ist eine aktive Beteiligung aller Lernenden gewährleistet. In den Austauschphasen steht der kommunikative Aspekt im Fokus, da sich die Schülerinnen und Schüler hier nun ihre individuellen Ergebnisse vorstellen und sich gemeinsam auf ein Ergebnis einigen.

Literatur

  • Aßmann, K. (2012): Methodenprofi. Oberursel: Finken Verlag.
  • Bonnet, A. (2009). Kooperatives Lernen. In: Der fremdsprachliche Unterricht Englisch 99 | 2009, Friedrich Verlag.
  • Lehrerinnenfortbildung Baden-Württemberg (2022), Think-Pair-Share.